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Usutu-Virus: Hamburg besonders vom Amselsterben betroffen

Nach Süddeutschland breitet sich das Usutu-Virus nun auch im Norden Deutschlands aus. Vor allem in Hamburg verenden in diesem Sommer besonders viele Amseln an dem exotischen Krankheitserreger. Das ist im Verdachtsfall zu tun.
Amselsterben, Usutu-Virus

Amselsterben 2018: Jedes dritte untersuchte Tier ist mit dem Usutu-Virus infiziert

Tote Amsel im Garten? In Deutschland setzt sich das 2011 erstmalig aufgetretene Vogelsterben durch das Usutu-Virus fort. Nachdem zunächst nur südliche Regionen entlang des Rheintals und am Untermain betroffen waren, breitet sich das Virus seit 2016 auch in nördlichen Teilen Deutschlands aus. In Nordrhein-Westfalen, Leipzig und Berlin wurden etliche Fälle gemeldet. In diesem Sommer sind offenbar vor allem die Regionen um Nürnberg sowie zwischen Bremen und Hamburg erstmals betroffen.

Hitze hat Ausbreitung des Usutu-Virus begünstigt

„Die höchste Aktivität ist dieses Jahr in Hamburg zu beobachten", betont Dr. Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM). „Hier konnten wir bei 12 eingesandten Vögeln das Virus nachweisen.“ Der Experte geht davon aus, dass der warme Sommer, die Verbreitung des Usutu-Virus begünstigt hat.

Mehr als 200 verendete Vögel aus ganz Deutschland sind in diesem Jahr schon an das Hamburger Tropeninstitut gesendet worden. Von den 132 bisher untersuchten Tieren konnten die Forscher bei jedem dritten das das Usutu-Virus nachweisen.

 

Amselsterben erreicht Rekordzahl

„Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich. Das spricht für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus“, sagt Lars Lachmann, Vogelexperte vom NABU Bundesverband. Ornithologen und Tropenmediziner konnten seit 2011 feststellen, dass immer dann besonders viele Vögel verenden, wenn das Virus erstmals in einer Region auftritt, wie um Hamburg. In den Folgejahren sinken die Todeszahlen dann auf ein niedrigeres Niveau.

Die Vögel infizieren sich mit dem Usutu-Virus über Stechmücken, vorwiegend zwischen Mai und September. Infizierte Vögel wirken krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als „Amselsterben“ bekannt wurde. Allerdings werden auch andere Vogelarten von diesem Virus befallen und können daran sterben.

Helfen kann man den infizierten Tieren nicht. Usutu-Infektionen können weder verhindert noch behandelt werden. Wissenschaftler können lediglich, die Ausbreitung dokumentieren und deren Folgen abschätzen. Das aber sei wichtig, um Gefährdungsursachen für Vogelarten mit anderen Bedrohungen wie Klimawandel und Lebensraumverlust vergleichen und beurteilen zu können, sagt Lachmann.

Tote Amseln einsammeln

Der NABU und das BNITM bitten daher die Bevölkerung um Mithilfe. Wer einen toten Vogel findet, sollte dies telefonisch dem NABU oder dem BNITM melden. Noch besser ist es den Vogel ans Bernhard-Nocht-Institut zu senden. Tote Vögel sollten aber nur mit Schutzhandschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte gegriffen werden.

Besteht eine Gefahr für den Menschen? Ja, auch Menschen könne sich mit dem Usutu-Virus. Die Gefahr sei jedoch gering. Tropenmediziner Dr. Renke Lühken: „Wie bei den meisten durch Stechmücken übertragenen Viren - kommt es nur sehr selten zu schweren Erkrankungen.“

Das Usutu-Virus ist mit dem West-Nil-Virus verwandt. In Europa hat das Virus in diesem Sommer schon zu 17 Todesfällen bei Menschen geführt.

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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