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13.11.2016

USB-Stick testet auf HIV

Wissenschaftler vom Imperial College London haben einen mobilen HIV-Test entwickelt. Per USB-Stick können HIV-Patienten das Stadium ihrer Erkrankung überprüfen. Ein Blutstropfen genügt.
USB-Stick kennt jeder: Nun soll auch ein HIV-Test damit möglich sein

USB-Stick kennt jeder: Nun soll auch ein HIV-Test damit möglich sein

Ein winziger Chip in einem USB-Stick könnte künftig den HIV-Test beim Arzt ersetzen. Das melden Wissenschaftler vom Imperial College London. Gemeinsam mit dem Unternehmen DNA Electronics hat das Team um Dr. Graham Cook die neue Technologie entwickelt, die das Stadium der Erkrankung mit 95-prozentiger Sicherheit nachweisen kann. Ein Blutstropfen genügt, anschließend kann der USB-Stick mit dem Computer, Laptop oder Smartphone verbunden werden, wo das Ergebnis in weniger als 30 Minuten angezeigt wird. Zum Vergleich: Ein gewöhnlicher HIV-Test beim Arzt dauert im Schnitt drei Tage.

USB-Stick misst Viruslast

„Die neue Technologie misst die Viruslast im Blut. Das ist entscheidend für die Überwachung einer Therapie und die Anpassung der Medikation“, erklärt Studienautor Dr. Graham Cook. Insbesondere HIV-Patienten, die in abgelegeneren Regionen wohnten, könnten den USB-Stick zum Therapiemanagement nutzen, zudem erspare der mobile HIV-Test erhebliche Kosten, meint der Londoner Wissenschaftler. Die mobile Lösung sei insbesondere aber auch für Menschen in Subsahra-Afrika interessant.

Statt zum Arzt zu müssen, kann die Testung bequem von zu Hause durchgeführt werden. Der HIV-Test funktioniert ähnlich einfach wie ein Diabetes-Test zur Blutzuckermessung. Der Patient piekst sich in den Finger und gibt den Blutstropfen auf den Chip auf. Wenn Hi-Viren vorhanden sind, ändert sich die Säure, was der Chip in ein elektrisches Signal umwandelt. Über ein Programm auf dem Computer oder Smartphone kann der Wert dann abgelesen werden.

Eine Studie mit fast 1.000 Blutproben ergab eine Treffsicherheit von 95 Prozent. Die durchschnittliche Zeit bis zum Ergebnis dauerte nur 20,8 Minuten. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt im Fachjournal Scientific Report publiziert.

 

Mobile Lösung verändert Therapiemanagement

„Die schnelle, akkurate und mobile Lösung ist ein tolles Beispiel, wie neue Diagnostikmethoden die Therapie von HIV-Patienten verändern können“,  sagt Professor Chris Toumazou, Vorstand von DNA Electronics.

Bis zur Marktreife dauert es aber noch etwas. Weitere Verfeinerungen seien notwendig, schreiben die Forscher. Doch der Fortschritt scheint offensichtlich: Anfangs war die neue Technologie so groß wie ein Kopiergerät, inzwischen ist sie auf die Größe eines USB-Sticks geschrumpft.

Foto: © alice_photo - Fotolia.com

Foto: alice_photo - Fotolia

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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