Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

USA empfehlen andere Blutdruckwerte als Deutschland

Bei Bluthochdruck müssen die Werte abgesenkt werden. Doch über die Zielwerte gibt es unterschiedliche Ansichten. Die US-amerikanischen Leitlinien empfehlen andere Werte als die deutschen.
Welcher Wert ist besser? In den USA und in Deutschland ist man unterschiedlicher Auffassung, auf welchen Zielwert Bluthochdruck abgesenkt werden soll

Welcher Wert ist besser? In den USA und in Deutschland ist man unterschiedlicher Auffassung, auf welchen Zielwert Bluthochdruck abgesenkt werden soll

Eigentlich sind es nur ein paar Zahlen. Für Menschen mit Bluthochdruck hängt aber viel von ihren Blutruckwerten ab. Es ist nämlich erwiesen, dass ein hoher Blutdruck (160 mmHg und darüber) im Alter das Risiko für Schlaganfälle oder Herzerkrankungen erhöht und dass Hypertoniker früher sterben. In diesem Punkt sind sich amerikanische und deutsche Wissenschaftler einig. Nicht einig sind sie sich, auf welche Zielwerte der Bluthochdruck abgesenkt werden soll. Und ab welchem Alter das passieren soll. 

Deutschland empfiehlt niedrigere Werte

Die deutschen Leitlinien empfehlen Menschen mit Bluthochdruck unter 80 Jahren einen systolischen (oberen) Zielwert von 140 bis 150 mmHg. Bei besonders fitten Patienten kann der Wert auch deutlich unter 140 mmHg liegen. Die Amerikaner empfehlen dagegen, den Blutdruck bei über 60-Jährigen grundsätzlich nur auf 150 mmHg einzustellen. Lediglich bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall hatten oder unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sollte der Versuch unternommen werden, den Blutdruck auf unter 140 mmHg zu senken, so das Postulat der amerikanischen Fachgesellschaften. 

„Die Deutsche Hochdruckliga teilt diese Empfehlungen nicht“, sagt Professor Bernhard Krämer vom Universitätsklinikum Mannheim. Bei Betrachtung der Studien zeige sich ein signifikant besseres Gesamtüberleben, signifikant weniger Schlaganfälle und signifikant weniger kardiale Ereignisse, wenn der obere Blutdruckwert auf unter 140 mmHg gesenkt werde, meinte Krämer mit Blick auf eine Meta-Analyse von Weiss et al. „Daher sollte der Blutdruck gerade in dieser Altersgruppe auf mindestens unter 140 mmHg gesenkt werden.“

 

Allgemeinzustand wichtiger als Lebensalter

Anderer Auffassung ist die Deutsche Hochdruckliga auch bei der Altersgrenze. Es gebe keinen Grund die rote Linie bei 60 Jahren zu ziehen, vielmehr zähle die individuelle körperliche und geistige Verfassung des Patienten. „Als Altersgrenze kommt allenfalls das 80. Lebensjahr in Frage“, meint der Bluthochdruckexperte aus Mannheim. Dass die amerikanischen Fachgesellschaften die Altersgrenze bei 60 Jahren ziehen, sei wohl eher ein zufälliges Ergebnis und dem Durchschnittsalter der Patienten in den untersuchten Studien geschuldet.

Foto: © redaktion93 - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Bluthochdruck
 

Weitere Nachrichten zum Thema Bluthochdruck

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Bluthochdruck ist immer behandlungsbedürftig, auch milde Formen und der Altershochdruck, die so genannte isolierte systolische Hypertonie. Das sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Hochdruckliga Prof. Dr. Martin Hausberg. Warum eine Änderung des Lebensstils oft schon ausreicht, erklärt der Bluthochdruck-Experte anlässlich des Welt-Hypertonietags am 17. Mai.
 
Weitere Nachrichten
Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.


Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin