. Colorado

US-Schüler stirbt an Beulen-Pest

Im US-Bundesstaat Colorado ist ein 16-jähriger Schüler an einer besonders schweren Form der Beulen-Pest gestorben. Nach Angaben der zuständigen Behörde wurde der Teenager durch einen Flohbiss infiziert.
US-Schüler stirbt an Beulen-Pest

Das Pest-Bakterium Yersinia pestis: Gefährlich und mitunter tödlich, wie der jüngste Fall aus Colorado zeigt

Im Mittelalter war die Pest eine gefürchtete Seuche. Ganz ausgerottet ist die Infektionskrankheit aber immer noch nicht. Aus dem US-Bundesstaat Colorado wird jetzt ein Todesfall gemeldet. Demnach ist ein 16-jähriger Schüler bereits am 8. Juni an den Folgen der Beulen-Pest gestorben. Der Junge soll sich durch einen Flohbiss mit der tödlichen Krankheit infiziert haben, wie die anschließenden Untersuchungen ergaben. Laut Behörden litt der Junge an einer Pestsepsis – einer besonders schweren und oft tödlichen Verlaufsform. Hierbei gelangt das Pest-Bakterium Yersinia pestis direkt in den Blutkreislauf  und breitet sich so im ganzen Körper aus.

Die Pest wird von Flöhen, Nagetieren wie Ratten und infizierten Katzen auf Menschen übertragen, meist durch Bisse, manchmal reicht jedoch ein enger Kontakt schon aus. Typische Symptome sind geschwollene Lymphknoten, Fieber, starke Kopfschmerzen und ein schweres Krankheitsgefühl. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, ist sie normalerweise gut behandelbar.

Jedes Jahr sieben Fälle von Pest in den USA

In den USA treten den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zufolge jedes Jahr im Schnitt sieben Fälle von Pest-Infektionen auf. Die häufigste Form ist die Beulen-Pest. Betroffen sind vor allem ländliche Regionen in New Mexico, Arizona, Kalifornien und Nevada. In Colorado ist der Schüler der erste Pest-Tote seit 1999. Er stammte aus einer abgelegen Region des Larimer County. Zuletzt hatte sich dort 2004 ein Mann mit der Pest infiziert. Dank frühzeitiger Behandlung hat er die Krankheit aber überlebt.

Auch in Asien, Afrika und in Südamerika tritt die Seuche heute noch vereinzelt auf. Der letzte größere Pest-Ausbruch wurde 2013 aus Madagaskar mit 20 Todesfällen gemeldet. Seither fielen auf der Tropeninsel 36 weitere Menschen der Lungenpest zum Opfer. Bei der Lungenpest erfolgt die Ansteckung meist über das direkte Einatmen des Pesterregers. 

Foto: © Jezper - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

| In Deutschland ist das Hanta-Virus auf dem Vormarsch. Seit Beginn des Jahres wurden ungewöhnlich viele Infektionen mit dem Virus an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Besonders betroffen sind einzelne Regionen wie beispielsweise Baden-Württemberg.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Prof. Dr. Volkmar Falk über die Neuausrichtung des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB), die große Nachfrage nach minimal-invasiven Herzoperationen und die Aufarbeitung des Berliner Transplantationsskandals.
. Weitere Nachrichten
Stress löst bei der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) einen depressionsartigen Zustand aus. Dieser ließ sich durch Lithium oder Zucker beheben. Dies ergab eine Studie von Neurobiologen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Vom Hepatitis C Medikament Sovaldi ist eine Fälschung auf den deutschen Markt gelangt. Das BfArM warnt davor, die Tabletten einzunehmen. Patienten können die Fälschung leicht erkennen: Die Filmtabletten sind weiß statt gelb.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KommRum e.V., Schnackenburgstr. 4, 12159 Berlin-Friedenau
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.