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Ursachen von Morbus Crohn weiter entschlüsselt

Montag, 2. November 2015 – Autor:
Für die Darmerkrankung Morbus Crohn gibt es bislang keine Heilung. Forscher am Uniklinikum Tübingen haben den Krankheitsmechanismus jetzt weiter entschlüsselt. Dabei spielen aus dem Knochenmark stammende Zellen des Immunsystems eine Rolle. Das könnte die Grundlage für neue Therapien bilden.
Bei Morbus Crohn entzünden sich die Darmwände immer wieder

Der Darm eines Morbus-Crohn-Patienten – Foto: Juan Grtner - Fotolia

Die Häufigkeit der chronisch entzündlichen Darm-Erkrankung nimmt zu, es gibt in Europa mittlerweile eine Million Betroffene. Durch starke Schmerzen, ständige Durchfälle, Müdigkeit und weitere Symptome sind die oft jungen Patienten stark in ihrer Lebensqualität und Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Bei gesunden Menschen bilden die sogenannten Paneth'schen Körnerzellen in der Darmwand körpereigene Antibiotika. Der Inhalt dieser Zellen wird in ausreichenden Mengen ins Darminnere abgegeben. Diese "Defensine" verhindern das Eindringen der im Darm enthaltenen Mikroorganismen in den Körper und regulieren zugleich die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms.

Ursachen von Morbus Crohn: Zu wenig körpereigene Antibiotika

In ihrer im Fachmagazin PNAS veröffentlichten Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, was dieses schützende Barriere bei Morbus Crohn stört. Die Produktion der Defensine wird von Stammzelldifferenzierungsfaktoren angeregt. Diese werden von vom Knochenmark abstammenden Zellen des körpereigenen Immunsystems (Monozyten) gebildet. Bei Patienten sind die Monozyten defekt, sie produzieren zu wenig dieser Faktoren. Die Panethzellen produzieren daraufhin zu wenig antimikrobielle Defensine, in der Folge können Darmbakterien die Darmwand angreifen und immer wieder eine Entzündung hervorzurufen.
 
Ausgangspunkt der Untersuchung des Teams um Prof. Jan Wehkamp war die Tatsache, dass sich Symptome von Morbus Crohn über eine Knochenmarkstransplantation beheben lassen. Wie es weiter in einer Mitteilung der Hochschule heißt, gehen die Forscher davon aus, dass sich die Therapie aufgrund der neuen Erkenntnisse entscheidend wandeln könnte.

Foto: Juan Gärtner

 
Hauptkategorie: Medizin
 

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