. Anthocyane

Unterstützt Blaubeersaft die kognitiven Funktionen?

Blaubeeren haben einen hohen Anteil an Flavonoiden, denen eine antiinflammatorische und antioxidative Wirkung nachgesagt wird. Nun konnten Forscher zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Blaubeersaftkonzentrat offenbar die kognitiven Funktionen verbessern kann.
Blaubeeren gut für Gehirn

Blaubeeren sind gut für das Gehirn

Schon vor Jahren hatten amerikanische Forscher gezeigt, dass Blaubeersaft das Erinnerungsvermögen von Personen mit milden kognitiven Beeinträchtigungen verbessern kann. Nachdem die Probanden in der damaligen Studie zwölf Wochen lang täglich zwischen 444 und 621 ml Blaubeersaft zu sich genommen hatten, konnten sie sich hinterher signifikant mehr Wortpaare merken und eine Liste von Wörtern besser wiedergeben. Nun kamen britische Wissenschaftler in einer kleinen Studie zu ähnlichen Ergebnissen und konnten diese zudem durch MRT-Untersuchungen bestätigen.

Bessere Gehirnfunktion durch Blaubeersaft

Die Forscher der Universität Exeter in Großbritannien gaben 12 gesunden Senioren im Alter zwischen 65 und 77 Jahren täglich 30 ml konzentrierten Blaubeersaft zu trinken, was etwa 230 Gramm frischen Blaubeeren entspricht. Eine Vergleichsgruppe mit 14 Probanden bekam einen isokalorischen Placebosaft. Vor und nach dem Saftverzehr wurden die Probanden verschiedenen kognitiven Tests unterzogen sowie im funktionalen MRT untersucht.

Wie sich zeigte, konnte bei den Teilnehmern, die den Blaubeersaft zu sich genommen hatten, eine signifikante Verbesserung der Gehirnaktivität und des Blutflusses in verschiedenen Gehirnarealen nachgewiesen werden. Auch bei den kognitiven Tests schnitten die Mitglieder der Blaubeergruppe signifikant besser ab als die der Placebogruppe. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift Applied Physiology, Nutrition and Metabolism.

Pflanzenstoffe können die Genexpression beeinflussen

Blaubeeren und Blaubeersaft werden schon lange viele positive Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. Verantwortlich dafür soll vor allem der hohe Gehalt an Anthocyanen sein. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Bioflavonoide, die in vielen Pflanzen vorkommen und Blüten und Früchten eine intensive rote, violette oder blaue Färbung verleihen. Die am meisten verbreitete Form der Anthocyane ist das Cyanidin-3-Glucosid (C3G). Studien konnten bereits zeigen, dass C3G die Genexpression beeinflusst, indem es jene Gene aktiviert, die dem Körper Schutz bieten und gleichzeitig andere Gene blockiert, die Schaden anrichten können. Zudem haben alle Bioflavonoide einen antientzündlichen und zellschützenden Effekt.

Foto: © Tim UR - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demenz , Alzheimer , Gedächtnis , Langes Leben , Alter , Ernährung

Weitere Nachrichten zum Thema Demenz

| Eine Studie hat bestätigt, dass Diabetes das Risiko für kognitiven Abbau und die Entwicklung einer Demenz im Alter erhöht. Den Ergebnissen zufolge ist Diabetes im Vergleich zu Bluthochdruck und Übergewicht sogar ein weitaus wichtigerer Faktor für kognitive Beeinträchtigungen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.