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Unicef: Kampf gegen Kinderlähmung muss weitergehen

Laut UNICEF hat es weltweit noch nie so wenige Fälle von Kinderlähmung gegeben wie heute. Trotzdem warnt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen vor einer erneuten Ausbreitung. In Konfliktregionen werde nicht mehr systematisch gegen Polio geimpft.
Weltpoliotag: UNICEF warnt vor neuen Ausbrüchen. Kinderlähmung noch nicht besiegt

Weltpoliotag: Kinderlähmung trotz großer Erfolge noch nicht besiegt. UNICEF warnt vor neuen Ausbrüchen.

Der Kampf gegen Kinderlähmung ist eine wahre Erfolgsgeschichte. Seit 1988 die Globale Initiative zur Ausrottung von Polio (GPEI) gegründet wurde, konnten schätzungsweise zehn Millionen Kinder vor einer Infektion und 1,5 Millionen Kinder vor dem Tod bewahrt werden. Auf diesen Erfolg macht UNICEF zum Weltpoliotag am Mittwoch aufmerksam. „Das Ende von Neuinfektionen ist in greifbarer Nähe“, erklärte Peter Crowley, Leiter der Polio-Abteilung von UNICEF. So seien in diesem Jahr bisher lediglich 51 Fälle von Kinderlähmung offiziell registriert worden, 1988 seien es noch 350.000 Fälle gewesen. Allerdings bleibe die Bedrohung so lange bestehen, bis alle Kinder überall auf der Welt lückenlos und routinemäßig gegen Polio geimpft seien, betonte Crowley. „Wir dürfen nicht nachlassen, bis es weltweit kein einziges Kind ohne Impfschutz mehr gibt.“

Länder, in denen Kinderlähmung (wieder) auftritt

Mit Blick auf die Krisenherde dieser Welt warnt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen jedoch vor einer raschen Wiederausbreitung der Kinderlähmung. Denn dort, wo Gesundheitssysteme aufgrund von Bürgerkriegen zusammenbrechen, werde nicht mehr systematisch gegen Polio geimpft. Polio ist nach wie vor in Afghanistan und Pakistan virulent. Die hoch ansteckende Krankheit war aber auch 2013 in Syrien und 2014 im Irak wieder ausgebrochen. Zudem sind in Laos, Guinea und der Ukraine einzelne Polio-Fälle aufgetreten. In der Ukraine sind laut UNICEF derzeit weniger als 14 Prozent der Kinder gegen Kinderlähmung geimpft. Auch in anderen Konfliktregionen mit erschwertem Zugang für Impfhelfer wie Nigeria, Jemen oder Südsudan sowie in den von Ebola betroffenen Ländern mit ihren geschwächten Gesundheitssystemen sei die Gefahr groß, dass nicht alle Kinder geimpft werden könnten und die Krankheit wieder auftrete, mahnte der Polio-Experte von UNICEF.

Kinderlähmung ist eine der Hauptursachen für schwere körperliche Behinderungen bei Kindern unter fünf Jahren. Dank des weltweiten Impfprogramms hat die Krankheit vielerorts ihren Schrecken verloren, und das nicht nur in den westlichen Industrienationen. In Indien beispielsweise wurden früher jährlich Tausende Kinder durch die Folgen der Krankheit gelähmt, inzwischen gab es dort seit vier Jahren keinen neuen Polio-Fall mehr. In diesem Jahr konnte Nigeria von der Liste der Polio-endemischen Länder gestrichen werden, nachdem zwölf Monate kein neuer Fall aufgetreten war.

Polio-Ausbruch im Nahen Osten vorläufig gestoppt

Auch der jüngste Ausbruch im Nahen Osten konnte zumindest vorläufig durch eine breit angelegte Impfkampagne von UNICEF und Partnerorganisationen gestoppt werden. UNICEF hat nach eigenen Angaben allein im vergangen Jahr rund 1,7 Milliarden Polio-Impfdosen in 76 Ländern zur Verfügung gestellt und Zehntausende Helfer geschult, um in den entlegensten und wegen Konflikten schwer zugänglichen Regionen Kinder zu impfen.

Foto: © UNICEF/UNI194031/Krepkih

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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