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Unfallschwerpunkt Nummer eins: das eigene Zuhause

Verkehrsunfälle sind oft spektakulär und schaffen es in die Medien. Der gefährlichste Ort sind aber die eigenen vier Wände: Rund 10.000 tödliche Unfälle ereignen sich hier jedes Jahr – doppelt so viele wie im Straßenverkehr. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ruft deshalb dazu auf, Erste-Hilfe-Kurse zu besuchen, dass man nicht hilflos dasteht, wenn beim Kochen, Putzen, Spielen oder Heimwerken etwas schief geht.
Frau verarztet Mann beim Gemüseschneiden

Gemüse schnippeln, staubsaugen, Gardinen aufhängen: eine Millionen Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Unfall im eigenen Zuhause - viel mehr als im Straßenverkehr.

„Ich pass‘ schon auf“ – und schon erwischt es einen: dann schneidet man plötzlich nicht mehr nur die Karotten in Scheiben, zündet nicht nur die Grillkohle an und steht plötzlich nicht mehr auf der Leiter, von der man aus eben noch fachkundig eine Lampe an der Zimmerdecke montieren wollte. Dann bluten die Finger, dann sind Hände und Gesicht verbrannt, dann liegt man mit ein Platzwunde am Kopf oder einem gebrochenen Fuß unten auf dem Boden. „Zu Hause kann jeder von uns völlig überraschend in die Situation kommen, seiner Frau, seinem Kind oder dem Nachbarn ganz schnell helfen zu müssen“, sagt DRK-Präsident Rudolf Seiters anlässlich des diesjährigen Welt-Erste-Hilfe-Tages am 9. September. „Deshalb stehen unsere Aktionen in diesem Jahr im Zeichen der Erste Hilfe bei Unglücksfällen in den eigenen vier Wänden. Diese haben in den letzten Jahren stetig zugenommen."

80 Prozent der Unfälle im Haushalt: Stürze

Nach Schätzungen des Roten Kreuzes verunglücken jährlich mehr als eine Million Menschen in ihrem häuslichen Umfeld. 9815 Personen kamen nach Zahlen der Statistikbehörden im Jahr 2015 dabei ums Leben, knapp 800 mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: 3.578 Menschen starben im selben Zeitraum im Straßenverkehr. Unfälle im Haushalt haben in den vergangenen zehn Jahren stetig zugenommen. Experten rechnen damit, dass diese Zahl noch weiter steigen wird – insbesondere wegen der Überalterung der Gesellschaft. Mit einem Anteil von 80 Prozent sind Stürze schon jetzt die mit Abstand häufigste Unfallursache. Im Vergleich der Regionen ereignen sich Haushaltsunfälle laut Statistikbehörden besonders oft in den mitteldeutschen Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

 

Aktionen zum Welt-Erste-Hilfe-Tag

Der Internationale Tag der Ersten Hilfe findet seit 2000 jährlich weltweit am 9. September statt. Getragen wird er von 190 nationalen Gesellschaften von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond. Zum Aktionstag bieten viele DRK-Landes- und Kreisverbände, aber auch das Jugendrotkreuz verschiedene Aktionen zum diesjährigen Motto „Erste Hilfe zu Hause“ an. So initiiert der DRK-Landesverband Niedersachsen mit „Ein Schock fürs Leben“ eine Suchaktion nach Defibrillatoren, mit denen Laien bei Herzstillstand wiederbeleben können. Diese sollen fotografiert und mit Standort versehen ans Rote Kreuz geschickt werden. Damit will das DRK darauf aufmerksam machen, wo überall diese wichtigen Erste-Hilfe-Mittel zur Verfügung stehen. Das DRK bietet auch einen Check der Hausapotheke an und empfiehlt einen Verbandskasten im eigenen Zuhause mindestens so sehr wie im PKW, wo er oft unberührt das Haltbarkeitsdatum überschreitet.

Spezielle Kurse für Eltern, Firmen, Sportler, Senioren

Rund eine Millionen Menschen bildet allein das Deutsche Rote Kreuz jedes Jahr in Erster Hilfe aus. Für ganz unterschiedliche Personengruppen und Lebenslagen bietet die Hilfsorganisation Grund- und Aufbaukurse in Erster Hilfe an und vermittelt damit Handlungssicherheit in Freizeit und Beruf. Die Kurse (Dauer in der Regel: ein Tag) richten sich an interessierte Laien und spezifisch an folgende Personengruppen:

  • Führerscheinbewerber
  • Ersthelfer in Unternehmen
  • Erzieher und Lehrer in Kitas und Schulen
  • Eltern und Großeltern („Erste Hilfe am Kind“)
  • Sportler, Übungsleiter und Trainer
  • für Senioren und deren Angehörige.

Foto: Falko Siewert/DRK 

Hauptkategorie: Medizin
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