Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
03.10.2019

Unfälle mit E-Scootern: Kopfverletzungen sind am häufigsten

Seit einigen Monaten fahren sie durch unsere Großstädte: E-Scooter. Was viele dabei unterschätzen, ist die Unfallgefahr. Dabei kommt es besonders häufig zu Kopfverletzungen. Durch Unachtsamkeit und Alkoholeinfluss erhöht sich das Risiko noch.
E-Scooter, Unfälle, Kopfverletzungen

Ein Helm kann E-Scooter-Fahrer vor schweren Kopfverletzungen schützen

E-Scooter: Manche Menschen finden sie innovativ und sehen in ihnen eine umweltschonende Alternative der Mobilität. Andere sind von ihnen vor allem genervt. Wenig beachtet wird dabei meist die Tatsache, dass E-Scooter ein großes Risiko für Unfälle bergen. Denn so praktisch die elektronisch betriebenen Roller zu sein scheinen, sind sie dennoch in ihrer Handhabung nicht so einfach. Darauf macht jetzt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) aufmerksam.

Das Unfallgeschehen zeigt: Viele Fahrer unterschätzen die Geräte oder gehen fahrlässig mit ihnen um. „Stürze mit dem E-Scooter ereignen sich häufig bei Fahrten unter Alkoholeinfluss, durch Unachtsamkeit im Straßenverkehr oder weil die Fahrerinnen und Fahrer die Geschwindigkeit und die Handhabung unterschätzen“, so Anika Wichmann, Unfallchirurgin am Unfallkrankenhaus Berlin.

Unfälle meist durch E-Scooter-Fahrer verschuldet

Das bestätigt auch die Berliner Polizei in einer kürzlich veröffentlichten Statistik: Innerhalb der ersten drei Monate wurden demnach in Berlin 74 Verkehrsunfälle unter der Beteiligung von E-Scootern registriert. In 65 Fällen hatten die Fahrenden die Unfälle selbst verschuldet.

Die Bandbreite der durch Unfälle mit E-Scootern hervorgerufenen Verletzungen ist nach Aussage von Wichmann groß. Sie reicht von leichteren Verletzungen wie Prellungen und Schürfwunden bis hin zu Schädel-Hirn-Traumata und Frakturen im Bereich der Wirbelsäule und der Beine und Füße. „Kopfverletzungen sind nach unserer Erfahrung am häufigsten, außerdem kommt es relativ häufig zu Frakturen. Diese waren vor allem kombiniert mit Weichteildefekten, die schwersten Verletzungen, die wir bislang gesehen haben.“

 

Einhaltung von Regeln schützt vor Verletzungen

Damit es nicht zuschweren Verletzungen kommt, sollten die Fahrer von E-Scootern folgende Regeln beachten:

  • Helme sind zwar keine Pflicht, zur eigenen Sicherheit sollte jedoch immer einer getragen werden.
  • Reflektierende Kleidung verringert das Risiko, übersehen zu werden.
  • E-Scooter gehören auf Radwege. Wenn diese fehlen, muss die Fahrbahn genutzt werden. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu.
  • Fahrbahnwechsel und Richtungsänderungen müssen angekündigt werden.
  • E-Scooter sind nur für eine Person zugelassen. Personentransport oder Anhänger sind nicht gestattet.
  • Vorsicht bei Alkohol am Lenker: Es gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie beim Autofahren.
  • Nicht ablenken lassen: Während der Fahrt nicht aufs Handy blicken oder mit Kopfhörern Musik hören.

Blinker für E-Scooter gefordert

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) geht noch einen Schritt weiter: „Scooter bräuchten zum Beispiel dringend einen Blinker. Denn im Gegensatz zum Fahrradfahren sollten beim E-Scooterfahren die Hände unbedingt am Lenker bleiben, um die Stabilität des Fahrzeugs nicht zu gefährden. Solange Scooter solch grundlegende Sicherheitsstandards nicht erfüllen, raten wir, sie stehen zu lassen und lieber das Rad zu nutzen“, sagt Gregor Doepke, Pressesprecher der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Nicht immer sind E-Scooter geeignetes Verkehrsmittel

Selbst wenn die Scooter abgestellt sind, können sie noch eine Gefahrenquelle sein: Viele Nutzer "parken" die Tretroller fahrlässig mitten auf dem Gehweg. Dort können sie zu Stolperfallen für andere werden, insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Sehbehinderung.

Doepke erklärt: „Unternehmen, die Scooter für Fahrwege im Betrieb anschaffen, müssen die Beschäftigten entsprechend unterweisen. Wir empfehlen aber, Verkehrssicherheit auf allen Wegen zum Thema zu machen. Ist ein E-Scooter zum aktuellen Zeitpunkt das richtige Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit oder zum Termin? Solche Diskussionen gehören zu einer guten Kultur der Prävention.“

Foto: © Andrey Popov - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Prävention , Unfallchirurgie
 

Weitere Nachrichten zum Thema E-Scooter

30.12.2013

Michael Schumacher hat sich gestern bei einem Skiunfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zugezogen. Die behandelnden Ärzte haben ihn in ein künstliches Koma versetzt, besonders die diffusen Hirnverletzungen bereiten ihnen Sorge.

06.12.2020

Fast 12.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich durch Haushaltsunfälle. Das ist fast die Hälfte aller Unfalltoten im Jahr. Hauptunfallursache im Privatbereich sind nach wie vor Stürze, besonders gefährdet sind Senioren. Hierauf weist die Aktion „Das Sichere Haus“ hin und gibt Tipps, um Unfallquellen zu identifizieren – und zu entschärfen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Krebs ist oft Zufall und die Wahrscheinlichkeit, ihn zu bekommen, steigt mit dem Alter. Für mindestens sieben Arten von Krebs aber lässt sich das Erkrankungsrisiko durch eine Abkehr von gesundheitsschädlichen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten deutlich nach unten schrauben. Darauf macht die Deutsche Krebshilfe aufmerksam.


Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin