Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Und Technik hilft doch

Sonntag, 16. März 2014 – Autor:
Ein Jahr nach Start des technikgestützten Betreuungsprojekts für pflegebedürftige Senioren „Vitalig“ zieht die AOK Rheinland/Hamburg Bilanz: Das Angebot wurde mehr als 7.200 Mal genutzt und hat sich offenbar bewährt.
AOK Pilotprojekt Vitalig: Den Senioren werden Mühen und Wege abgenommen

AOK Pilotprojekt Vitalig: Den Senioren werden Mühen und Wege abgenommen

Wie kann älteren, überwiegend pflegebedürftigen Menschen, die im eigenen Haushalt leben, Sicherheit und Nähe vermittelt werden? Das vor einem Jahr im niederrheinischen Goch gestartete Projekt Vitalig macht es vor: durch Technik. Natürlich nicht allein, denn hinter dem Kommunikationsnetz stecken Menschen. Etwa Ärzte, Pflegedienste und Apotheken, die auf Knopfdruck mit den Teilnehmern kommunizieren.

An dem Pilotprojekt haben im ersten Jahr 40 ältere Menschen und 30 Angehörige teilgenommen, teilt die AOk jetzt mit. Die Senioren haben in ihrem Zuhause einen „All-in-one-PC“ mit mehreren Schaltflächen auf dem Touchscreen. Wird eine dieser Schaltflächen berührt, baut sich eine Telefonverbindung zu dem Empfänger auf. Dieser erscheint dann auf dem Bildtelefon – schon kann die Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht geführt werden. Dabei geht es um fachliche Beratung, aber schlicht und einfach auch um menschliche Zuwendung. Neben medizinischen Dienstleistern können die Nutzer über das Kommunikationssystem auch mit Familienangehörigen Verbindung aufnehmen. Nach Angaben der AOK wird genau diese Funktion am häufigsten genutzt.

Es geht auch um menschliche Zuwendung

„Am beliebtesten sind unter den Senioren die persönlichen Gespräche mit ihren Kindern oder anderen Familienangehörigen, die oft weit entfernt leben“, sagt Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Die Erfahrungen des ersten Jahres zeigen uns, dass wir mit unserem neuen Angebot sehr nah an den Bedürfnissen der älteren Versicherten sind.“ Das Angebot bringe mehr Sicherheit Lebensqualität in den Alltag und schütze die Menschen obendrein vor Einsamkeit.

Laut AOK wurde das Kommunikationsangebot im ersten Jahr Tag für Tag 20 Mal in Anspruch genommen, insgesamt also mehr als 7.200 Mal. Während Senioren die eingebundenen Dienstleister etwa jeden dritten Tag anrufen, erfolgt eine Kontaktaufnahme mit den Angehörigen täglich.

Das Projekt Vitalig führt die AOK Rheinland/Hamburg gemeinsam mit der Deutschen Telekom und der Gemeinde Goch durch. Bislang sind zwei Ärzte, sechs Apotheken und drei Pflegedienste, Seniorenberater, ein Sanitätshaus und ein Lieferdienst angeschlossen und die AOK Rheinland/Hamburg selbst.

 

Projekt ermittelt, ob technisch vernetzte Senioren länger allein zu Hause leben können

Bedeutsam sei, dass den angeschlossenen Senioren damit eigene Wege, Zeit und gewisse Mühen abgenommen werden, heißt es von der AOK. Die Kasse will mit dem Projekt erforschen, ob sich dank moderner Technik die Lebensspanne in der eigenen Häuslichkeit verlängern lässt. Das Pilotprojekt läuft noch bis Ende Juni 2015. Danach erfolgt nach AOK-Angaben eine gründliche Auswertung.

Ein Kongress zum Thema findet übrigens am 4. und 5. September 2014 in Berlin statt: DER DEMOGRAFIEKONGRESS – Zukunftsforum Langes Leben

Foto: © bilderstoeckchen - Fotolia.com

Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demografie , Assistenzsysteme , Alter , Altersgerechtes Wohnen , Pflege
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demografie, Innovation

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Wie kann man die Überlebenschancen bei Bauchfellkrebs verbessern? Die Expertin Professor Beate Rau, Leiterin des Peritonealkarzinosezentrums der Charité, berichtet über eine neue Kombinationstherapie gegen Bauchfellkrebs und wie Patienten davon profitieren können.
 
Weitere Nachrichten


Der Herzinfarkt gehört zu den Notfällen, bei denen man sofort 112 wählen und den Notarzt rufen muss – lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Die typischen Symptome sind aber anders, als manche denken. Und bei Frauen oft anders als bei Männern.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin