Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
09.08.2016

Umstellung auf pflanzliches Eiweiß schützt die Gesundheit

Eine Bestätigung für Vegetarier und Veganer? Langzeitstudien haben gezeigt, dass Menschen, die tierisches Eiweiß auf ihrem Speiseplan durch pflanzliches ersetzen, ein geringeres Sterberisiko haben.
Tierisches oder pflanzliches Eiweiß

Pflanzliche Proteine sind offenbar gesünder als tierische

Zum Abnehmen wird meist eine eiweißreiche Kost empfohlen, da sie schneller satt macht; zudem gilt sie als gesund. Doch offenbar lässt sich dies nicht verallgemeinern. Vielmehr kommt es wohl darauf an, woher das Eiweiß stammt. Zwei Langzeitstudien, an denen insgesamt über 100.000 Menschen teilgenommen haben, haben nun gezeigt, dass ein hoher Anteil an tierischem Eiweiß in der Nahrung das Sterberisiko erhöht. Wer dieses durch pflanzliches Eiweiß ersetzt, schützt seine Gesundheit hingegen. Die Ergebnisse der Studien wurden jüngst im Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlicht.

Viel tierisches Eiweiß erhöht Sterberisiko

Die Autoren um Mingyang Song von der Harvard Medical School in Boston erklären, dass sich frühere Studien vor allem auf die Gesamtmenge der Proteinzufuhr konzentriert hätten. Doch nun zeige sich, „dass es nicht nur auf die Menge an Eiweiß, sondern auch auf die spezifischen Nahrungsquellen ankommt, die für die langfristige Gesundheit entscheidend sind.“ In der Studie waren die wichtigsten Quellen für tierisches Eiweiß verarbeitetes und unverarbeitetes Rinder- und Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Milchprodukte, Fisch und Eier. Pflanzliches Eiweiß stammte vor allem aus Brot, Getreide, Nudeln, Nüssen, Bohnen und Hülsenfrüchten.

Für ihre Analyse werteten die Forscher die Datensätze von 85.013 Frauen und 46.329 Männern, die im Gesundheitssektor tätig waren, aus. Die Probanden wurden regelmäßig über ihren Lebensstil, ihre Gesundheit sowie die von ihnen konsumierten Lebensmittel befragt. Während der Langzeitbeobachtung verstarben 36.115 der Teilnehmer, 8851 davon durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 13.159 durch Krebs und 14.105 durch andere Ursachen. Dabei zeigte sich, dass es einen Zusammenhang zwischen der aufgenommenen Menge an tierischem Protein und dem Sterberisiko gab. Dieser Zusammenhang zeigte sich bei Übergewichtigen und denjenigen, die viel Alkohol tranken, besonders deutlich.

 

Mehr pflanzliche Proteine in die Nahrung einbauen

Um den Einfluss durch andere Risikofaktoren auszuschließen, rechneten die Wissenschaftler Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsarmut und Übergewicht aus der Statistik heraus. Danach ergab sich, dass Personen, die eine um zehn Prozent höhere Aufnahme von tierischem Eiweiß in der Nahrung aufwiesen als andere, ein acht Prozent erhöhtes Risiko hatten, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Das Gesamtsterberisiko nahm um zwei Prozent zu. Im Gegensatz dazu sank die Mortalität um zehn Prozent, wenn drei Prozent mehr pflanzliches Protein in der Nahrung enthalten waren.

Noch deutlicher waren die Zahlen bei den Personen, die im Laufe der Studien einen Teil der aufgenommenen tierischen Proteine durch pflanzliche ersetzten. Als besonders günstig erwies sich dabei die Nahrungsumstellung von verarbeitetem Rinder- und Schweinefleisch (wie beispielsweise in Wurst und Würstchen) sowie von Eiern auf pflanzliche Proteine.

Foto: © anaumenko - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Atherosklerose , Ernährung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ernährung

Für Veganer oder für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten sind milchähnliche Pflanzendrinks eine willkommene Alternative zu Kuhmilch. Dies gilt vor allem bei Laktose-Intoleranz oder Milcheiweiß-Allergie. Was Mineralstoffe und Vitamine angeht, können Soja-, Reis- oder Mandeldrinks allerdings mit Kuhmilch kaum mithalten. Manche können allergische Reaktionen sogar selbst auslösen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Der AstraZeneca-Impfstoff ist jetzt auch für Senioren zugelassen. Damit könnten die älteren Corona-Risikogruppen schneller durchgeimpft werden. Über Härtefalle, die aus ärztlicher Sicht eine vorzeitige Impfung benötigen, entscheidet in Berlin eine neue Clearingstelle.

Frust-Essen, mehr Alkohol, unfreiwillige Häuslichkeit, weniger Bewegung: Die COVID-19-Pandemie hinterlässt auch bei Gesunden ihre Spuren. 43 Prozent der Verbraucher haben zugenommen – um 5,5 Kilo im Schnitt. Bei jedem Siebten sind es sogar 10 Kilo oder mehr. Das zeigt eine INSA-Umfrage des rbb für sein Sendegebiet Berlin/Brandenburg.

Der sogenannte Bauernhof-Schutz gegen Allergien ist schon länger bekannt. Mit Beta-Laktoglobulin wurde ein Kuhmilch-Protein identifiziert, dass vor allem dafür verantwortlich ist. Das gibt es nun als Lutschtablette.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin