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Ultraschall verbessert Gedächtnis von Alzheimer-Patienten

Donnerstag, 9. Januar 2020 – Autor:
Das Gedächtnis von Alzheimer-Patienten kann durch Ultraschall-Stimulation verbessert werden. Das berichten Forscher der Medizinischen Universität Wien, die diese nicht-invasive Methode entwickelt haben.
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Die Gehirnleistung von Alzheimer-Patienten kann durch Ultraschall verbessert werde – Foto: ©Orawan - stock.adobe.com

Bei neurologischen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz, der Parkinson-Krankheit oder der Multiplen Sklerose, gehen ständig Nervenzellen des Gehirns zugrunde, dadurch kommt es zum Beispiel zu Erinnerungslücken, Sprachstörungen, Stimmungsschwankungen oder reduzierter Bewegungsfähigkeit sowie dem Muskelzittern bei Parkinson.

Forscher der Universitätsklinik für Neurologie an der MedUni Wien unter Leitung von Roland Beisteiner haben nun eine neue Therapiemethode entwickelt, die mit Ultraschall arbeitet und zur Regeneration von Hirnfunktionen beiträgt.

Hirnareale werden gezielt angesteuert

Die neue Methode nennt sich transkranielle Pulsstimulation mit Ultraschall. "Die TPS macht es möglich, mit einem Ultraschall-Puls direkt am Schädelknochen, nicht-invasiv, schmerzfrei und bei vollem Bewusstsein in alle Bereiche des Gehirns vorzudringen und dort ganz gezielt Hirn-Areale anzusteuern und diese zu aktivieren", erklärt Beisteiner in einer Pressemitteilung.

Zuvor wird vom Gehirn der Betroffenen mittels MRT eine exakte "Landkarte" erstellt. "Dann wird jenes Areal punktgenau anvisiert, das aktiviert werden muss. Bei jedem Patienten können diese Areale anders liegen. Dank eines Navigationssystems kann der behandelnde Neurologe am Bildschirm mitverfolgen, wo der Puls ansetzen muss", sagt Beisteiner.

 

Ultraschall verbessert Gedächtnis von Alzheimer-Patienten

Der TPS-Puls führt zu kurzfristigen Membranveränderungen an den Hirnzellen, wodurch die Konzentration von Transmittern und anderen biochemischen Stoffen lokal verändert wird. Die Konsequenz ist eine Aktivierung von Nervenzellen und Aufbau kompensatorischer Netzwerke, welche die erkrankte Hirnfunktion verbessern.

Die Folge: Das Gedächtnisnetzwerk wird angetrieben. So verbessert Ultraschall das Gedächtnis von Alzheimer-Patienten. Einige Patienten berichten auch von deutlicher Stimmungsverbesserung, es fällt ihnen wieder leichter, körperlich aktiv zu sein und sich an Unterhaltungen aktiv zu beteiligen.

Sechs Sitzungen von einer Stunde reichen aus

Beisteiner: "Es ist, als ob man einen alten Motor wieder anwirft. Jene Nervenzellen, die noch aktivierbar sind, zeigen danach deutliche Verbesserungen. Dadurch wird der Leistungsabfall gebremst."

Für die Verbesserungen der Gehirnleistung reichten in der klinischen Pilotstudie, die im Fachmagazin Advanced Science veröffentlicht wurde, sechs Sitzungen zu je einer Stunde und das im Verlauf von zwei Wochen. Alle laufenden Therapien mit Medikamenten und Physio- oder Ergotherapie konnten dabei weitergeführt werden.

Foto: orawan/adobe.com

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