. Prävention

Übergewicht in Deutschland

Zwar scheint die Anzahl der Übergewichtigen in Deutschland nicht weiter zuzunehmen, wie der 12. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeigt. Doch die Zahlen sind nach wie vor erschreckend hoch.
Viele Übergewichtige in Deutschland

Deutschland - ein Land der Übergewichtigen?

Mehr als die Hälfte aller Deutschen ist übergewichtig. Das zeigt der 12. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE). Bei den Männern weisen 67 Prozent einen BMI über 25 auf und gelten damit als übergewichtig, bei den Frauen sind es 53 Prozent. Als adipös (fettleibig) gelten 23 Prozent der Männer und 24 Prozent der Frauen; sie haben einen BMI von mindestens 30.

Insgesamt hat sich der Anteil der übergewichtigen Personen damit in den letzten Jahren nicht sehr verändert. Allerdings setzt sich eine bedenkliche Entwicklung fort, nämlich dass diejenigen, die bereits adipös sind, immer dicker werden. Belegt wird dies durch den Vergleich der Daten aus dem Bundesgesundheitssurvey 1998 mit den Daten aus der bundesweiten „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts und durch die Ergebnisse der Mikrozensus-Stichproben des Statistischen Bundesamtes von 1999 und 2009.

Übergewicht nimmt im Alter zu

Die Daten zeigen auch, dass Übergewicht mit dem Alter zunimmt. Während bei den 18- bis 19-Jährigen rund 20 Prozent der Männer übergewichtig sind, weisen bei den 35- bis 39-Jährigen bereits 67 Prozent zu viel Gewicht auf. Unter den 60- bis 74-Jährigen sind es dann sogar 80 Prozent, die zu dick sind. Frauen sind zwar insgesamt seltener übergewichtig als Männer. Ab dem Alter von etwa 60 Jahren gibt es jedoch mehr adipöse Frauen als Männer.

Übergewicht ist nicht nur ein deutsches, sondern ein weltweites Problem. Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge waren im Jahr 2008 weltweit 1,4 Milliarden Menschen übergewichtig. Die WHO bezeichnet Adipositas mittlerweile als neue „Epidemie“ und stuft sie als das am schnellsten wachsende Gesundheitsproblem ein.

 

Folgen von Übergewicht

Übergewicht und vor allem Adipositas begünstigen eine Reihe von Erkrankungen, wie beispielsweise Gefäßkrankheiten, Gelenkbeschwerden, Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck. Auch das Risiko für Krebskrankheiten steigt mit erhöhtem Körpergewicht. Aber nicht allein die zu vielen Pfunden, sondern auch die Verteilung des Körperfetts beeinflusst die Gesundheit. Als besonders gefährlich gelten die Fettdepots um Bauch und Taille. Sie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten stärker als beispielsweise das Fett an Hüfte und Beinen.

Aber auch eine positive Entwicklung ist zu verzeichnen: Dem 12. Ernährungsbericht der DGE zufolge haben sich Übergewicht und Adipositas bei Kindern im Vorschulalter reduziert. Mit ungefähr zehn Prozent ist der Anteil der übergewichtigen Kinder aber nach wie vor sehr hoch und zeigt, wie wichtig weitere Präventionsmaßnahmen sind. Vor allem Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien und hier insbesondere die Kinder aus Migrantenfamilien haben ein hohes Risiko für Übergewicht.

Foto: viperagp/fotolia.com

Autor:
 

Weitere Nachrichten zum Thema Übergewicht

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wer täglich weniger als sechs Stunden schläft oder öfter in der Nacht aufwacht, hat ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose und ein metabolisches Syndrom. Das stellten Forscher in einer Studie mit fast 4.000 Teilnehmern fest.
Es ist dreidimensional und schlägt wie ein richtiges Herz: Forschern ist es gelungen, aus Hautzellen menschliches Herzmuskelgewebe der Vorhöfe zu züchten. An dem Herzmuskel sollen künftig Medikamente gegen Vorhofflimmern getestet werden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.