. Kohorten-Studie aus Würzburg

Übergewicht größter Risikofaktor für Herzleistung

Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes, Übergewicht – überraschend viele Menschen tragen einen kardiovaskulären Risikofaktor mit sich herum. Das haben Wissenschaftler aus Würzburg aufgedeckt. Übergewicht scheint demnach am gefährlichsten für das Herz zu sein.
Übergewicht größter Risikofaktor für Herzleistung

Das Herz wird von vielen vermeidbaren Risikofaktoren unnötig belastet. Ein hohes Körpergewicht scheint für die Pumpleistung am belastendsten zu sein

Unser Herz leistet rund um die Uhr Schwerstarbeit. Dass Dinge wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes und Übergewicht das Herz zusätzlich belasten, ist hinlänglich bekannt. Dass viele herzgesunde Menschen im mittleren Alter einen sogenannten kardiovaskulären Risikofaktor in sich tragen, ist eher überraschend. Doch genau das geht aus einer Studie des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) der Uni Würzburg hervor.

 

 

Zwei Drittel mit kardiovaskuärem Risikofaktor belastet

Von 1.818 Probanden hatten 1.276 Personen mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor – das sind mehr als zwei Drittel der untersuchten Personen. Lediglich 542 Personen waren augenscheinlich gesund. Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht mit einem Body Mass Index von über 30kg/m2, Diabetes, Rauchen, Blutdruck höher als 140 / 90 mmHg oder eine blutdrucksenkende Therapie und Fettstoffwechselstörungen LDL-Cholesterin-Wert von über 190mg/dl oder eine fettsenkende Therapie.

Die Probanden stammten aus der STAAB-Kohorte – einer repräsentativen Stichprobe der Einwohner der Stadt Würzburg. Die 1.818 Personen wurden gerade deshalb für diese Teiluntersuchung ausgewählt, weil sie keine bekannten Herzerkrankungen hatten.

„Sehr viele Menschen haben vor allem schon in jüngeren Jahren mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor“, warnt die Kardiologin Dr. Caroline Morbach. „Allein diese Erkenntnis ist schon ein Alarmzeichen.“

Frauenherzen empfindlicher

Eine weitere Erkenntnis aus der Kohorten-Studie: Mit einem Anteil von 58 Prozent in der gesunden Gruppe hatten Frauen deutlich seltener einen Risikofaktor als Männer. Jedoch scheint ihr Herz empfindlicher zu sein, wenn ein solcher Risikofaktor vorliegt. Bei Frauen wirkten sich vor allem hoher Blutdruck und erhöhte Blutfettwerten negativ auf die Funktion des Herzmuskels aus. Den insgesamt negativsten Einfluss bei beiden Geschlechtern hatte jedoch der Risikofaktor Übergewicht.

Die Ergebnisse basieren auf Echokardiografien, die an rund 5.000 Probanden der STAAB-Kohorte durchgeführt wurden. Die auch als Herzecho bekannte Untersuchung, zeigt die Bewegung des Herzmuskels an und lässt Rückschlüsse auf die Pumpleistung und krankhafte Veränderungen am Herzen zu.

Lebensstil ist die Stellschraube für ein gesundes Herz

„Unsere Ergebnisse belegen einmal mehr, wie wichtig ein gesunder Lebensstil und Achtsamkeit im Alltag sind“, kommentiert Prof. Stefan Störk, Leiter der Klinischen Forschung und Epidemiologieim DZHI. Risikowerte wie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette sollten regelmäßig vom Hausarzt kontrolliert werden, rät der Experte. Außerdem seien eine gesunde Ernährung, Stressabbau, Rauchverzicht und Normalgewicht die Stellschrauben, für ein gesundes Herz.

Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt in “The Public Library of Science ONE” (PLOS ONE) veröffentlicht. 

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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