. KiGGS-Studie

Übergewicht bei Kindern immer noch großes Problem

Die Anzahl adipöser und übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in Deutschland ist nicht weiter angestiegen. Doch allzu positiv sollte man diese Nachricht nicht einschätzen, denn immer noch sind viele Kinder hierzulande zu dick.
KiGGS-Studie, Übergewicht bei Kindern

Die Anzahl übergewichtiger Kindern in Deutschland steigt nicht weiter an; doch sie bewegen sich immer noch zu wenig

Zunächst klingen die Ergebnisse der aktuellen KiGGS-Studie gut: Mehr als 95 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland geht es nach Einschätzung ihrer Eltern gesundheitlich gut. Die Anzahl übergewichtiger Kinder hat nicht weiter zugenommen, und es wird auch weniger geraucht. Auf der anderen Seite wiegen viele Kinder und Jugendliche nach wie vor deutlich zu viel: 15,4 Prozent der 3- bis 17-Jährigen sind übergewichtig, 5,9 Prozent davon sogar adipös. Zu diesem Ergebnis sind Forscher des Robert-Koch-Instituts gekommen, die über mehrere Jahre die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen untersucht haben.

Übergewicht ist auch ein soziales Phänomen

KiGGS ist die einzige umfassende Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Für die erste KiGGS-Studie von 2003 bis 2006 wurden 17.641 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren in 167 Orten untersucht und gemeinsam mit ihren Eltern befragt. Die aktuelle Untersuchung wurde von 2014 bis 2017 wiederum an 167 Orten durchgeführt, mit 10.853 Teilnehmenden aus der ersten Studie und einer neuen Stichprobe 0- bis 17-Jähriger (15.023). KiGGS zählt zu den international aussagekräftigsten Studien dieser Art. Ihr Vorteil: Mit den Daten kann nicht nur die Gegenwart beschrieben, sondern auch ein Vergleich zur Vergangenheit gezogen werden.

Die Studie zeigt auch: Übergewicht ist nach wie vor ein sozio-ökonomisches Problem. So sind Kinder und Jugendliche mit niedrigerem sozio-ökonomischen Status deutlich häufiger übergewichtig. Von Adipositas sind Kinder aus sozial schwachen Familien sogar viermal so oft betroffen wie Gleichaltrige aus sozio-ökonomisch starken Familien. „Die positiven Entwicklungen spielen sich in der Ober- und Mittelschicht ab“, erklärte Professor Bärbel-Maria Kurth vom RKI bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. Wie wichtig rechtzeitige Präventionsmaßnahmen sind, zeigt sich auch durch die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der zwei- bis sechs­jährigen Kinder mit Über­gewicht oder Adipositas auch als Jugend­liche über­gewichtig beziehungs­weise adipös sind.

Kinder und Jugendliche bewegen sich zu wenig

Dass Übergewicht nach wie vor ein großes Problem bei Kindern darstellt, könnte auch an der mangelnden Bewegung liegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Kinder und Jugendliche mindestens 60 Minuten am Tag aktiv sein sollten. Aber nur 22,4 Prozent der Mädchen und nur 29,4 Prozent der Jungen erfüllen diese Vorgabe. Im Vergleich zu den Vorjahren ging das sportliche Engagement bei den Mädchen zurück, bei den Jungen blieb es in etwa stabil.

Die KiGGS-Daten zeigten auch: Je älter Kinder werden, desto weniger bewegen sie sich. Mädchen und Jungen aus Familien mit niedrigerem sozio-ökonomischen Status sind insgesamt noch weniger körperlich aktiv als andere. Die Macher der Studie sehen noch „ein hohes Potential für Bewegungsförderung“.

Foto: © Kara - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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