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Übelkeit und Durchfall bei Kindern: Was tun?

Salzstangen und Cola: Wenn es Kindern schlecht ist, gilt diese Kombination als so probat wie populär. Das Apothekenmagazin „Baby und Familie“ rät jetzt ausdrücklich von diesem Hausmittel ab – und empfiehlt gesündere Alternativen.
Mädchen hält sich den Bauch wegen Bauchschmerzen.

Wenn Kinder an Übelkeit oder Durchfall leiden, haben sie oft überhaupt keinen Appetit mehr. Doch Salzstangen und Cola sind dann nicht unbedingt die Lösung. Eine gesündere Alternative: Obst mit hohem natürlichem Pektin-Gehalt.

Es ist jämmerlich, mit anzusehen, wie Kinder unter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall leiden. Eltern oder Großeltern greifen dann gerne zu einem ziemlich populären Hausmittel – und bieten ihren Kindern beziehungsweise Enkeln Salzstangen und Cola an. „Doch entgegen der landläufigen Meinung, dass das bei Durchfall und Übelkeit helfen kann, sind diese Mittel umstritten“, warnen jetzt Experten im Apothekenmagazin Baby und Familie. „Salzstangen können den Körper zwar mit Salz versorgen, die er durch die Krankheit verloren hat. Zu viel davon trocknet ihn aber noch mehr aus. Und Cola liefert höchstens Zucker – hat aber keine positive Wirkung.“

Pektinhaltiges Obst: Bindemittel und Nährstofflieferant

Als gesunde Alternative empfiehlt das Apothekenmagazin Obstsorten, die reich am Ballaststoff Pektin sind. Zweierlei Vorteile seien damit verbunden: Erstens binde Pektin auf natürliche Weise Flüssigkeit im Darm und mache den Stuhlgang wieder fester. Zweitens würden Kranke durch Konsum von Obst mit Nährstoffen versorgt, die durch Erbrechen oder Durchfall verlorengegangen sein können.

Pektin ist als natürliches, pflanzliches Geliermittel Bestandteil von Einmachzucker, Marmeladen oder Fruchtgummis. „Ideal sind geriebener Apfel, Banane oder Heidelbeeren mit Magerquark", sagt Bastian Baumgartner, Kinderarzt aus Regensburg, in der aktuellen Ausgabe von Baby und Familie. Auch Karottensuppe könne helfen.

 

Bei Übelkeit weglassen: Fettes, Saures, pure Säfte, Schokolade

Gar nicht gut seien dagegen gebratene, fettige und stark säurehaltige Nahrungsmittel, pure Säfte und Schokolade. Grundsätzlich gilt: Kinder mit Bauchweh und Durchfall brauchen viel Flüssigkeit. Nach dem Erbrechen sollte man eine Stunde abwarten und dem Kind dann löffelweise Wasser oder Kamillentee einflößen.

Wann muss man zum Arzt gehen?

Manchmal ist Geduld gefragt: Gerade Durchfall kann bei Kindern zwischen fünf und zehn Tagen dauern. Bei Kleinstkindern unter einem Jahr empfehlen Experten vorsichtshalber, umgehend einen Arzt aufzusuchen. Bei größeren Kindern gilt: Wirkt das Kind fit, kann man noch abwarten. Wenn es aber keine Flüssigkeit behält, Lippen und Zunge trocken sind und hohes Fieber dazukommt, sollte man ebenfalls sofort zum Arzt.

Foto: AdobeStock/Aleksandra Suzi

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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