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TÜV warnt vor Gift in Sommersandalen

Benzopyren, Phtalate, Kohlenwasserstoffe: Das klingt nach Sondermüll oder Chemieunfall. Aber Stoffe wie diese lassen wir arglos an unsere Haut, wenn wir mit nackten Füßen in sommerlichen Schuhen stecken. Doch die, warnt jetzt der TÜV Rheinland, „können Schadstoffe in gefährlichen Konzentrationen enthalten“.
Reihe bunter Flip Flops steckt am Strand im Sand.

Cool und luftig - oft aber giftig: Vor Schadstoffen in Badesandalen und anderen sommerlichen Schuhen warnt jetzt der TÜV.

Sie sind farbenfroh, luftig, strand- oder oft sogar wassertauglich: Doch oft ganz oder teilweise aus Kunststoff gefertigte Sommerschuhe können auch ein Gesundheitsrisiko darstellen. „Nicht alle dieser Sommerschuhe sind für die Träger unbedenklich“, heißt es in einer Meldung des TÜVs Rheinland. „Denn sie können Schadstoffe in gefährlichen Konzentrationen enthalten.“ In ihren Tests stellen die Experten der Prüforganisation immer wieder flüchtige organische Substanzen fest, aber auch Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wie das Naphthalin. „Diese Substanzen können nicht nur Augen-, Atem- oder Hautreizungen hervorrufen“, sagt Ralf Diekmann, Produkt-Sicherheitsexperte bei TÜV Rheinland. „Einige davon können sogar krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsschädigend wirken.“

Textilgifte: Über Hautkontakt in den Organismus

Über den Hautkontakt beim Tragen der Sommerschuhe können die Substanzen in den menschlichen Organismus gelangen. Einige lösen sich durch Schweiß auf der Haut. Doch wie kann man als Laie erkennen, ob Schadstoffe in Sommerschuhen enthalten sind? Nicht alles, was giftig ist, riecht auch giftig. Zumindest zur groben Orientierung rät das Magazin „Öko-Test", sich auf seine Nase zu verlassen. Produkte, die nach Chemie riechen, sollten nicht gekauft werden. Die Substanz Naphtalin etwa besitzt einen sehr prägnanten, unangenehmen Geruch: Es riecht nach Teer und Mottenkugeln. Naphthalin kann zu starken Hautreizungen führen und die roten Blutkörperchen schädigen. Beim Einatmen kann es zu Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszuständen führen. „Wer diesen Geruch wahrnimmt, sollte vom Kauf Abstand nehmen", sagt TÜV-Experte Diekmann.

 

Tückisch: Die meisten Gifte riechen nicht

Das Tückische aber ist: Die meisten Schadstoffe sind mehr oder weniger geruchsneutral. Ob ein Produkt belastet ist, ist für den Verbraucher kaum zu erkennen. Daher ist es wichtig, zusätzlich auf entsprechende Prüfzeichen von unabhängigen Prüforganisationen wie TÜV Rheinland zu achten. Diese Prüfzeichen geben Auskunft über die Sicherheit und Qualität der Schuhe. Das bezieht sich beispielsweise auch darauf, ob die verwendeten Materialien den aktuellen Grenzwerten bezüglich Schadstoffen entsprechen.

Problematische Stoffe in Sommerschuhen:

  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): gelten als Krebs erregend
  • Weichmacher (Phtalate): wirken hormonell, können fortpflanzungsgefährdend sein
  • Aromatische Amine (in Farben): gelten als Krebs erregend
  • Optische Aufheller: können allergische Reaktionen hervorrufen
  • PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: bei der Entsorgung problematisch. Bilden in der Müllverbrennung Dioxine

Um die Gesundheitsgefahren einigermaßen klein zu halten, empfiehlt der TÜV, bei namhaften Herstellern oder seriösen Quellen einzukaufen, weil sie über eigene Qualitätssicherungen verfügten, Zulieferer aussuchten und mit Prüfeinrichtungen zusammenarbeiteten und ihnen die gesetzlichen Mindestanforderungen bekannt seien.

Hoher Preis kein Garant für Schadstoff-Freiheit

In einem Test des Magazins „Ökotest“ waren nur zwei von 25 Sommerschuhen schadstofffrei. Dabei zeigte sich: Zwischen dem Preis und der gesundheitlichen Unbedenklichkeit des Produkts besteht nicht zwingend ein Zusammenhang. Testsieger waren Flip-Flops der Drogeriekette Rossmann (Eigenmarke) und des Stuttgarter Badeartikel-Herstellers Fashy. Deren Produkte erhielten als einzige die Note „sehr gut“ – und kosteten dennoch nur rund vier Euro. Drei Produkte wurden als „gut" eingestuft, neun als „ungenügend".

Foto: Fotolia.com/New Africa

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Hauptkategorie: Medizin
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