. Ernährung von Pflegebedürftigen

Trinkmenge in der Pflege wird oft falsch eingeschätzt

In Pflegeeinrichtungen kommt es zu abweichenden Einschätzungen und Ungenauigkeiten bei der Flüssigkeitsbilanzierung alter Menschen. Intelligente Gefäße sollen für Abhilfe sorgen.
Senioren trinken zu wenig

Senioren trinken oft zu wenig - gerade Pflegebedürftige sind oft unterversorgt

Die ausreichende Flüssigkeitsversorgung pflegebedürftiger Menschen in Pflegeeinrichtungen gehört zu einer optimalen Pflege und ist in der Pflegedokumentation festzuhalten. Dabei komme es oft zu einer falsch eingeschätzten Flüssigkeitsmenge. Schuld daran seien nicht normierte oder geeichte Gläser und Tassen.

Dies ist das Ergebnis einer Studie der Technischen Universität München (TUM) und des KWA Kuratorium Wohnen im Alter (KWA). Für Abhilfe sorgen können intelligente Gefäße, die automatisch die Trinkmenge bestimmen, die Daten an ein Erinnerungssystem weitergeben und bei einer drohenden Dehydratation warnen. Auch der Datenexport in Pflegedokumentationssysteme sei möglich, betonen die TUM-Forscher.

Trinkmenge: durchschnittlich rund 9 Prozent weniger getrunken als dokumentiert

Im Durchschnitt enthalten die als „voll“ angesehenen Trinkgefäße fünf Prozent zu wenig Füllung, wie die im KWA Luise Kiesselbach-Haus in München durchgeführte Studie ergab. Dabei variiere diese Differenz noch einmal je nach Gefäß.

So wurden Kaffeetassen im Rahmen der Studie mit 86,3 Prozent am geringsten befüllt, gefolgt von Bechern mit 94,2 und Trinkgläsern mit 97,4 Prozent. Die Schnabelbecher wurden im Durchschnitt mit 103,8 Prozent überfüllt. Für die Forscher könnte das bedeuten, dass ältere Menschen im Laufe des Tages im Durchschnitt rund 9 Prozent weniger Flüssigkeit trinken als dokumentiert werde.

„Die Studienergebnisse machen deutlich, dass die Flüssigkeitsversorgung in Pflegeeinrichtungen kritisch in den Blick genommen werden muss, da die Dokumentation allein nicht aussagekräftig ist und eine Scheinsicherheit vorspielt“, betont KWA Vorstand Dr. Stefan Arend. Das KWA fordert eine höhere Sensibilisierung für diese Problematik und deren mögliche Folgen.

© Robert Kneschke - Fotolia.com

 
Autor: red
 

Weitere Nachrichten zum Thema Ernährung

| Eine britische Studie liefert Hinweise darauf, dass hochgradig verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte das Krebsrisiko erhöhen können. Eine eindeutige Kausalität konnte durch die Analyse allerdings nicht bewiesen werden. Dazu sind noch weitere Forschungen notwendig.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Bisher ist die Liposuktion beim Lipödem keine Kassenleistung. Eine Erprobungsstudie soll beantworten, welchen Nutzen der Eingriff im Vergleich zu einer alleinigen nichtoperativen Behandlung hat. Dazu hat der G-BA nun den Auftrag vergeben.
Infliximab hat einen festen Platz in der Behandlung von Morbus Crohn. Offen ist die Frage, ob der TNF-Hemmer nach längerer Remission abgesetzt werden kann. Eine Untersuchung aus Korea liefert nun Erkenntnisse zum Wiederauftreten von Krankheitsschüben.
Patienten müssen vor einer Operation umfassend über den geplanten Eingriff aufgeklärt werden. Forscherinnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten jetzt am Beispiel der Herzkatheteruntersuchung zeigen, dass ein Comic dabei helfen kann.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin, Haus A, Aufgang D 06, 1. OG, Seminarraum siehe Info-Tafel am Eingang
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.