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Training hilft Rettungssanitätern bei Verarbeitung schwieriger Erlebnisse

Rettungs- und Notfallsanitäter sind bei ihrer Arbeit täglich mit belastenden Erfahrungen wie Tod und schlimmen Verletzungen konfrontiert. Ein spezielles Training kann ihnen dabei helfen, diese Erlebnisse besser zu verarbeiten.
Rettungssanitäter

Auch Rettungssanitäter benötigen Unterstützung

Menschen, die im Rettungsdienst arbeiten, sind immer wieder Erlebnissen ausgesetzt, die nur schwer zu verarbeiten sind. Ein spezielles Training, genannt TEK ("Training emotionaler Kompetenzen"), soll ihnen dabei helfen, ihre Erfahrungen besser zu verarbeiten und ihr psychisches Wohlbefinden zu verbessern. Dass TEK für Rettungskräfte tatsächlich sinnvoll ist, hat nun eine Studie der Initiative Arbeit und Gesundheit (iga) gezeigt. TEK fördert den Umgang mit Emotionen wie Angst, Trauer oder Wut. Dafür werden Methoden und Konzepte aus unterschiedlichen psychotherapeutischen Richtungen genutzt. Das Trainingsprogramm wurde bereits erfolgreich bei Polizeikräften, Lehrkräften und Beschäftigten in der Alterspflege eingesetzt.

Emotionstraining hilft auch Azubis

Wie die Studie gezeigt hat, ist das Training auch für Azubis geeignet. Um das zu überprüfen, hatten neben 50 erfahrenen Rettungskräften auch 90 Auszubildende an der Untersuchung teilgenommen. Die Ergebnisse zeigten, dass das Training dazu beitragen kann, die emotionalen Kompetenzen der Teilnehmer zu stärken. So berichteten die Auszubildenden der TEK-Gruppe im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von einer statistisch relevanten Erhöhung ihrer Fähigkeiten zur Emotionsregulation.

 

Weniger Erschöpfung und Zynismus

Die Gruppenvergleiche zeigten auch, dass in der TEK-Gruppe die emotionale Erschöpfung und der Zynismus nicht anstiegen, in der Kontrollgruppe hingegen schon. Das könnte auf einen Schutzmechanismus hinweisen, der durch die im TEK-Training vermittelten emotionalen Kompetenzen ausgeübt wird. „Die vorliegende Untersuchung hat bestätigt, dass das TEK auch geeignet ist, um in der Ausbildung des Rettungsdienstes eingesetzt zu werden. Es unterstützt die Beschäftigten langfristig in ihrer stark belastenden beruflichen Praxis“, erklärten die Studienautoren.

Die Analyse der iga wurde in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie der TU Dresden durchgeführt. Aufgrund der guten Ergebnisse empfiehlt die iga, das Training in die Ausbildungscurricula der Rettungssanitäter aufzunehmen. Über eine Integration in andere personenbezogene Dienstleistungsberufe wie in der Erziehung oder Heilerziehungspflege sei ebenso nachzudenken, so die Autoren.

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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