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Tragen der Maske vermindert körperliche Belastbarkeit

Das Tragen einer Maske beziehungsweise eines Mund-Nasen-Schutzes vermindert die körperliche Belastbarkeit. Wer damit arbeitet, muss vielleicht öfter Pause machen.
Maske, Mund-Nasen-Schutz, Kellnern in Corona-Zeiten

Masken schränken die Atmung ein und schwächen ihren Träger

Das Tragen einer Maske beziehungsweise eines Mund-Nasen-Schutzes ist wegen der Corona-Pandemie fast schon integraler Bestandteil des Alltags geworden. Viele Menschen müssen die Maske auch während körperlicher Anstrengung, zum Beispiel bei der Arbeit, tragen.

Wie dies ihre Belastbarkeit beeinträchtigt, ist nun am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) deutschlandweit zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht worden. Fazit: Vielleicht müssten die Betroffenen öfter Pause machen.

Chirurgische Maske und FFP2-Maske

Das Team um den Chef-Kardiologen Prof. Ulrich Laufs und den Sportwissenschaftler Dr. Sven Fikenzer nutzte dabei zwei weit verbreitete Typen von Gesichtsmasken, chirurgische Masken sowie FFP2-Masken, um deren Einfluss auf die körperliche Belastbarkeit von gesunden Personen zu untersuchen. Die Messungen erfolgten mit dem methodischen Goldstandard, der Spiroergometrie.

Freiwillige gesunde Probanden wurden jeweils ohne Maske, chirurgischen Masken und FFP2-Masken körperlich belastet. Dabei mussten sie den Mund-Nasen-Schutz unter der Spiroergometrie-Maske tragen. Die Untersuchungen erfolgten jeweils mit einigen Tagen Abstand, die Reihenfolge wurde nach dem Zufallsprinzip festgelegt.

 

Tragen der Maske vermindert körperliche Belastbarkeit

Die Daten zeigen, dass die so genannte kardiopulmonale Leistungsfähigkeit durch beide Masken-Typen signifikant reduziert wird. Die Masken beeinträchtigen die Atmung, vor allem das Volumen und die höchstmögliche Geschwindigkeit der Luft beim Ausatmen. Die maximal mögliche Kraft auf dem Fahrrad-Ergometer war deutlich reduziert. Im Stoffwechsel wurde eine schnellere Ansäuerung des Blutes bei Anstrengung registriert. Das Tragen der Maske vermindert demnach die körperliche Belastbarkeit.

Mit Fragebögen beurteilten die Teilnehmer zudem systematisch ihr subjektives Empfinden. Auch hier zeigte sich eine erhebliche Beeinträchtigung verschiedener Parameter des Wohlbefindens, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Öfter Pausen bei der Arbeit machen?

"Die Ergebnisse unserer Untersuchung bestätigen das subjektive Gefühl vieler Menschen", erklärt Prof. Laufs. "Die Studie hat die Einschränkung der Leistungsfähigkeit nun auch wissenschaftlich quantifiziert." Übertragen auf die Arbeitswelt stelle sich die Frage, ob Menschen, die mit Maske körperlich anstrengende Arbeit leisten, öfter Pausen machen müssten als bisher.

Keinesfalls sei die Arbeit als Kritik oder als ein Infragestellen der Maskenpflicht gedacht, betont Prof. Laufs, denn der Mund-Nasen-Schutz sei wertvoll, um die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern oder zu verlangsamen, "aber wir zahlen halt einen Preis dafür." Die Studie wurde im Fachmagazin Clinical Research in Cardiology veröffentlicht.

Foto: Aobe Stock/davit85

Autor: bab
Hauptkategorie: Corona
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