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Toxoplasmose: Katzen-Parasit kann in der Schwangerschaft gefährlich sein

Jeder Zweite infiziert sich im Lauf seines Lebens mit Toxoplasmose, gesunde bemerken die Infektion meist nicht einmal. Für Frauen, die sich mit dieser vom Tier auf den Menschen übertragbaren Krankheit erstmals in der Schwangerschaft infizieren, kann Toxoplasmose aber eine Gefahr darstellen: Der Parasit kann das Ungeborene schädigen und sogar eine Fehlgeburt auslösen. Zur Prävention ist Hygiene wichtig – und Vorsicht mit Katzen.
Zwei Katzen in und an der Katzentoilette, blaue Plastikschaufel für den Kot.

Vorsicht, Toxoplasmose! Die Erreger lauern vor allem im Katzenkot.

Die Toxoplasmose gehört zu den sogenannten Zoonosen, also zu den Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können. Die bakteriellen Erreger, die Toxoplasmen, leben in Säugetieren, zum Beispiel Schweinen und Schafen, aber auch in Mäusen. Um Eier zu bilden, brauchen die Parasiten aber immer eine Katze. Wenn die Katze zum Beispiel eine infizierte Maus frisst, gelangen die Toxoplasmen in ihren Darm und bilden dort Eier, sogenannte Oozysten. Diese werden dann über den Katzenkot ausgeschieden und können im Erdboden bis zu 18 Monate lebensfähig bleiben. Über Erdpartikel und Oberflächenwasser kann der Parasit auch auf Obst und Gemüse gelangen oder zum Beispiel von Schweinen, Schafen und Ziegen aufgenommen werden – und am Ende auch von Menschen.

Riskant: Gartenarbeit, rohes Fleisch, ungewaschene Früchte

„Menschen können sich auf unterschiedlichen Wegen anstecken: Durch Kontakt zu infizierter Erde, zum Beispiel bei der Gartenarbeit, oder durch den direkten Kontakt zu Katzenkot. Weitere Risikofaktoren sind der Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch sowie von ungewaschenem Obst und Gemüse", sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband.

 

Toxoplasmose: Weit verbreitet und in der Regel harmlos

Toxoplasmose ist eine weitverbreitete Infektion: Mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland infiziert sich im Laufe ihres Lebens mit dem Parasiten, teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit. Bei gesunden Menschen bleibt die Infektion meist unbemerkt. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können nach einer Infektion grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten. Es gibt jedoch wirksame Medikamente, mit denen eine akute Erkrankung behandelt werden kann.

Auch für aktuell schwangere Frauen, die sich irgendwann früher in ihrem Leben mit Toxoplasmose infiziert haben, besteht nach Auskunft des AOK-Bundesverbands keine Gefahr dar: Sie haben Antikörper entwickelt und sind damit vor einer Neuinfektion geschützt. Keine Gefahr damit auch für das Ungeborene.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft: Gefahr für das Kind

Problematisch ist eine erstmalige Infektion Experten zufolge jedoch in der Schwangerschaft, denn der Parasit kann auf das Ungeborene übergehen und zu Schäden oder zur Fehlgeburt führen. „Gefährdet sind ungeborene Kinder von Schwangeren, die sich innerhalb der letzten sechs Wochen vor oder während der Schwangerschaft erstmalig mit Toxoplasmen infizieren“, sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. Die Parasiten könnten auf das ungeborene Kind übergehen und Missbildungen, Verkalkungen der Hirngefäße oder eine Entzündung der Netzhaut verursachen. Auch Fehlgeburten seien möglich.

Auf rohes Fleisch verzichten, Hände weg vom Katzenklo

Weil es keine Impfung gegen Toxoplasmose gibt, raten Experten das Infektionsrisiko durch Beachtung wichtiger Hygieneregeln zu minimieren. Besonders werdende Mütter mit Hauskatzen müssen aufpassen: „Schwangere sollten eine Katzentoilette nicht selbst reinigen“, raten die Gesundheitsexperten der AOK. „Die Katzentoilette sollte außerdem möglichst weit von den Wohnräumen entfernt stehen und täglich mit heißem Wasser gesäubert werden.“ Weiterhin sollten Schwangere auf rohe Wurst- und Fleischwaren wie Hackfleisch, Mettwurst, Salami oder Rohschinken am besten ganz verzichten und Fleisch immer gut durchbraten.

Hygieneregeln zum Schutz vor Toxoplasmose

  • Katzen streicheln ist erlaubt. Hinterher aber immer die Hände gut waschen.
  • Um eine mögliche Infektion über Katzenkot zu vermeiden, sollte man bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen und Sandkästen abdecken, wenn sie nicht genutzt werden.
  • Erdhaltige Lebensmittel wie Kartoffeln, Karotten oder Radieschen getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren.
  • Rohes Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich abwaschen, schälen beziehungsweise kochen.
  • Regelmäßig Hände waschen, insbesondere vor dem Essen und nach dem Zubereiten von rohem Fleisch und Gemüse.
  • Benutzte Küchenutensilien immer gleich reinigen.

(Quelle: AOK)

Foto: AdobeStock/Guajillo studio

Autor: zdr
Hauptkategorie: Medizin
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