Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Todesursache Nummer 1: ein krankes Herz

Montag, 2. Februar 2015 – Autor:
Die meisten Menschen in Deutschland sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das zeigt der aktuelle Herzbericht.
Notärzte sind bei Herzinfarkt schnell vor Ort.

Auch das verbesserte Rettungssystem hat dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen einen Herzinfarkt überleben. – Foto: Thaut Images - Fotolia

Insgesamt waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ohne Schlaganfälle) im Jahr 2013 für 354.493 Todesfälle verantwortlich. Mit einem Anteil von 66,1 Prozent sind sie damit nach wie vor die Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Mehr als 2,5 Millionen Krankenhausfälle gingen 2012 auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. 

Der aktuelle Herzbericht, der von der Deutschen Herzstiftung und den ärztlichen Fachgesellschaften für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG) und Kinderkardiologie (DGPK) herausgegeben wurde,  belegt aber auch, dass die Überlebenschancen bei akutem Herzinfarkt dank des technischen Fortschritts in der Kardiologie gestiegen sind. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ging die Sterblichkeit beim akuten Herzinfarkt um 40 Prozent, bei der Koronaren Herzkrankheit um 28 Prozent und bei der Herzinsuffizienz um 19 Prozent zurück.

Regionale Unterschiede

Viele Faktoren sind nach Ansicht der DKG dafür verantwortlich, dass die Herzinfarkt-Sterblichkeit positiv beeinflusst wurde. Eine bedeutende Rolle spielt dabei die flächendeckende Herzkatheter-Therapie. Aber auch die Verbesserung der Abläufe im Rettungssystem, der Ausbau des Notarztsystems sowie die Optimierung der Infrastruktur und Prozesse in den Krankenhäusern haben dazu beigetragen. 

Nicht in allen Bundesländern ist jedoch der Trend bei der kardialen Mortalität gleich ausgeprägt. Während etwa die Herzinfarkt-Sterblichkeit in Schleswig-Holstein (46 pro 100.000 Einwohner), Hessen (54) und Berlin (56) am niedrigsten ist, ist sie in Brandenburg (105), Sachsen-Anhalt (103) und Sachsen (94) am höchsten.

 

Mehr Herzinsuffizienzen dank längerer Lebenserwartung 

Herzkrankheiten, die weiterhin steigende Fallzahlen aufweisen, sind die Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Herzklappenerkrankungen sowie Herzrhythmusstörungen. Die Herzinsuffizienz war 2012 mit 386.548 stationären Fällen die zweithäufigste Einzeldiagnose bei vollstationär behandelten Personen. Die Häufigkeit von stationären Krankheitsfällen pro 100.000 Einwohner stieg von nur 275 im Jahr 1995 auf 480 (2012) an. Im gleichen Zeitraum stieg die Häufigkeit stationärer Krankheitsfälle bei Herzrhythmusstörungen von 282 auf 537, also um 90 Prozent, und bei Herzklappenerkrankungen von 69 auf 105, was einem Anstieg von 52 Prozent entspricht.

„Die steigenden Fallzahlen haben zum Teil paradoxerweise gerade mit den Fortschritten der Herzmedizin zu tun“, erklärt DKG-Präsident Prof. Dr. Christian Hamm. „Immer mehr Menschen überleben einen akuten Herzinfarkt, erkranken später aber an einer Herzschwäche.“ Der Trend sei jedoch auch Ausdruck der steigenden Lebenserwartung: Das Risiko für eine Herzinsuffizienz, eine Herzklappen- oder Herzrhythmuserkrankung steigt mit dem Alter überproportional stark an.

 © Thaut Images - Fotolia

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzerkrankungen

Oft hat Herzrasen harmlose Ursachen. Dennoch sollten Anfälle von Herzrasen, für die kein konkreter Grund wie körperliche Anstrengung ausgemacht werden kann, ärztlich abgeklärt werden. Denn in einigen Fällen können ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten


Mit der Bildung der Ampel-Koalition rückt die „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken“ in greifbare Nähe. Aber wie soll oder könnte das aussehen? Melanie Dolfen gehörte zu den ersten Apothekern in Deutschland, die eine Ausnahmegenehmigung für die Abgabe von Cannabis als Arzneimittel erhielten. Sie fordert: Abgabe über Apotheken – aber in getrennten „Cannabis-Stores“.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin