. Erwerbsleben

TK-Gesundheitsreport: Jeder Zweite geht vorzeitig in Rente

Jeder zweite Erwerbstätige scheidet vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aus dem Arbeitsleben aus, jeder siebte aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung. Das geht aus dem Gesundheitsreport 2018 der Techniker Krankenkasse hervor.
Vorzeitige Rente, TK-Gesundheitsreport

Viele Arbeitnehmer halten bis zum offiziellen Rentenalter nicht durch

Der demografische Wandel wird nicht nur für die Rentenversicherung, sondern angesichts des Fachkräftemangels auch für die Wirtschaft in Deutschland zu einem immer größeren Problem. Vor diesem Hintergrund sind Politik, Arbeitgeber und Krankenkassen dringend gefragt, Konzepte zu entwickeln, damit Beschäftigte möglichst lange gesund und arbeitsfähig bleiben. Dennoch scheidet jeder zweite Erwerbstätige einer kürzlich vorgelegten Studie der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aus dem Arbeitsleben aus.

Laut Report geht jeder Siebte aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung vorzeitig in Rente. Das sind 13,5 Prozent der Arbeitnehmer. Zudem zeigte sich, dass ältere Beschäftigte ab 60 Jahren besonders viele Arzneimittel brauchen. Mit 665 Tagesdosen benötigten sie fast drei Mal so viele Medikamente wie der Durchschnitt der Erwerbstätigen (245 Tagesdosen).

TK-Chef ruft Akteure zum Handeln auf

Herz-Kreislauf-Mittel machten dabei den größten Anteil aus. Im Schnitt bekamen die 60- bis 64-Jährigen im Jahr 2017 pro Kopf an 344 Tagen solche Präparate; das sind rund viermal so viel wie der Durchschnitt der Berufstätigen (90 Tagesdosen pro Kopf). Auch bei den Medikamenten für das Nervensystem sowie bei Antidepressiva zeigten sich deutliche Unterschiede. So erhielten die Berufstätigen zwischen 60 und 64 Jahren im Schnitt 34 Tagesdosen im Jahr, bei den Berufstätigen insgesamt waren es durchschnittlich nur knapp 22 Tagesdosen.

Angesichts der Zahlen ruft TK-Chef Jens Baas Politik, Unternehmen und Krankenkassen dazu auf, schnell dafür zu sorgen, mit attraktiven Angeboten die älteren Erwerbsgenerationen fit zu halten sowie jüngere Menschen als Arbeitnehmer zu gewinnen. Dabei werde das betriebliche Gesundheitsmanagement immer wichtiger.

 

Gesundheit von Erwerbstätigen analysiert

Der TK-Gesundheitsreport analysiert jährlich die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen bei TK-versicherten Erwerbspersonen. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Für den diesjährigen Themenschwerpunkt, die Gesundheit der Erwerbsgeneration, wurden als Grundlage die Daten von 3,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Alter von 20 bis 65 Jahren untersucht. Der Zeitraum der Analyse erstreckte sich von 2013 bis 2017.

Foto: © liderina - Fotolia.com

Autor: anvo
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Demografischer Wandel , Betriebliches Gesundheitsmanagement
 

Weitere Nachrichten zum Thema Demografischer Wandel

| Die Urbanisierung gehört zu den wichtigsten globalen Veränderungen, denen die Menschen in den nächsten Jahrzehnten ausgesetzt sein werden. Prognosen zufolge sollen im Jahr 2050 weltweit etwa 80 Prozent der Menschen in Metropolen leben. Die Bedeutung einer „gesunden Stadt“ wird damit immer größer. Doch was ist das eigentlich?
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Bisher ist die Liposuktion beim Lipödem keine Kassenleistung. Eine Erprobungsstudie soll beantworten, welchen Nutzen der Eingriff im Vergleich zu einer alleinigen nichtoperativen Behandlung hat. Dazu hat der G-BA nun den Auftrag vergeben.
Infliximab hat einen festen Platz in der Behandlung von Morbus Crohn. Offen ist die Frage, ob der TNF-Hemmer nach längerer Remission abgesetzt werden kann. Eine Untersuchung aus Korea liefert nun Erkenntnisse zum Wiederauftreten von Krankheitsschüben.
Patienten müssen vor einer Operation umfassend über den geplanten Eingriff aufgeklärt werden. Forscherinnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten jetzt am Beispiel der Herzkatheteruntersuchung zeigen, dass ein Comic dabei helfen kann.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Gesundheitsakademie, Oudenarder Straße 16, 13347 Berlin, Haus A, Aufgang D 06, 1. OG, Seminarraum siehe Info-Tafel am Eingang
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.