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Tipps zur Zahnpflege für Pflegebedürftige

Ob natürliche oder dritte Zähne – Pflegebedürftige brauchen bei der Zahnpflege oft Hilfe. Ein neuer Ratgeber informiert jetzt über das hoch sensible Thema.
Viele Pflegebedürftige sind bei der täglichen Mundhygiene auf Hilfe angewiesen

Viele Pflegebedürftige sind bei der täglichen Mundhygiene auf Hilfe angewiesen

Wenn alte Menschen das Gebiss rausnehmen, geschieht das nicht immer zu Reinigungszwecken. Oft drücken auch die dritten Zähne und werden als unangenehm empfunden. Hilfe anzubieten, ist für Außenstehende schwierig. Schließlich ist der Mund eine Art Intimbereich, in den sich die Pflegebedürftigen nur ungern reinpfuschen lassen. Doch was tun? Ein gesunder Mund ist ja nicht nur wichtig, um problemlos und schmerzfrei zu essen, sondern auch für eine deutliche und verständliche Aussprache. Außerdem können Karies und Infektionen entstehen und das Problem weiter verschlimmern.

Mundgesundheit bestimmt Lebensqualität

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat jetzt gemeinsam mit der Bundeszahnärztekammer den neuen Ratgeber Mundpflege – Praxistipps für den Pflegealltag herausgegeben. Die Printausgaben können kostenlos per E-Mail beim ZQP unter bestellung(at)zqp.de bestellt werden.

„Die Mundgesundheit hat großen Einfluss auf die persönliche Lebensqualität. Deswegen ist Prävention von Mund- und Zahnerkrankungen auch im hohen Alter und bei Pflegebedürftigkeit wichtig, um etwa Schmerzen, Infektionen, Probleme beim Kauen oder Schlucken bis hin zu Mangelernährung zu vermeiden“, sagt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Qualität in der Pflege. „Mit dem Ratgeber Mundpflege möchten wir die Selbstständigkeit und Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen stärken und pflegende Angehörige bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe unterstützen“, so Suhr weiter.

Praktisches Wissen mit Einfühlungsvermögen kombinieren

Der Ratgeber informiert über allgemeine Fragen zur Mundgesundheit im Alter sowie geeignete Hilfsmittel, damit der Pflegebedürftige möglichst viel selbst machen kann und seine Selbstständigkeit erhalten bleibt.  So kann zum Beispiel der Griff einer Zahnbürste mit einem kleinen Gummiball verstärkt werden, damit sie der Pflegebedürftige besser greifen kann. Mit anschaulichen Illustrationen wird aufgezeigt, wie pflegende Angehörige bei der Mund- und Zahnpflege unterstützen oder diese sogar ganz übernehmen können. Pflegende erfahren außerdem, wann ein Arzt oder Zahnarzt zurate gezogen werden sollte. Denn Beschwerden im Mund beeinträchtigen nicht nur das Essen und Sprechen, sie weisen eventuell auch auf Erkrankungen hin, die behandelt werden müssen.

Das fundierte praktische Wissen muss aber mit viel Einfühlungsvermögen angewendet werden. Andernfalls ist in diesem sensiblen Bereich schnell viel Vertrauen zerstört.

© Gina Sanders - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Pflege , Medizin
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