Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Tipps gegen Heißhunger in der Schwangerschaft

Donnerstag, 28. Oktober 2021 – Autor:
Sahnetorte, Essiggurken, Fastfood: In der ersten Hälfte der Schwangerschaft kann die Lust auf bestimmte Lebensmittel Frauen rasend machen. Doch Experten raten werdenden Müttern, ihr Essverhalten unter Kontrolle zu bringen und nicht zu stark zuzunehmen. Sonst erhöht das auch beim Kind das Risiko, später übergewichtig zu werden.
Heißhunger in der Schwangerschaft. Frau isst ganze Schachtel Donuts.

Oft entwickeln Schwangere gerade nach ungesunden Kalorienbomben ein schier unbändiges Verlangen. – Foto: AdobeStock/Andrey Cherkasov

Erst eine Tafel Schokolade, dann am liebsten eine Portion Pommes. So manche Schwangere kennt das große Verlangen nach bestimmten Speisen. Besonders häufig sind die Gelüste ab dem Ende des ersten und im Verlauf des zweiten Schwangerschaftsdrittels. Die meisten haben dann Appetit auf Süßigkeiten, Fast Food und Milchprodukte, andere auf Obst und Saft, eingelegte oder salzige Speisen. Eingelegte saure Gurken etwa gelten als Klassiker.

Suchtartige Lust auf das eine, rettende Essen

„Etwas anderes zu essen, befriedigt nicht immer, weil wir uns oft nach einem ganz bestimmten Nahrungsmittel sehnen", erklärt Psychologe Adrian Meule im Apothekenmagazin Baby und Familie. Meule forscht an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema Essverhalten. In der Schwangerschaft können spezielle Essenswünsche offenbar besonders stark werden. Besonders begehrt sind Lebensmittel wie Schokolade und Süßes: Sie sorgen für einen schnellen Energieschub und heben den Blutzuckerspiegel an. Der ist – aufgrund der erhöhten Insulinproduktion während der Schwangerschaft – dann nämlich häufig niedrig.

 

Ausgewogene Ernährung planen und Ess-Tagebuch führen

Wie Frauen dem Heißhunger vorbeugen und sich in der Schwangerschaft gesund ernähren können, erklären Experten in der aktuellen Ausgabe von Baby und Familie. Dem außergewöhnlichen Appetit vorbeugen lässt sich demnach mit regelmäßigen Mahlzeiten, eventuell ergänzt durch Zwischenmahlzeiten. Tagebuch über das eigene Essverhalten zu führen, erleichtert eine gesunde und maßvolle Ernährung. „Dadurch essen wir meistens schon deutlich regelmäßiger und bewusster", sagt der Münchner Verhaltensforscher Meule.

Die optimale Schwangerschaftsernährung

Experten raten zu einer vielfältigen und ausgewogenen Ernährung mit folgenden Lebensmitteln:

  • Gemüse
  • Hülsenfrüchten
  • Vollkorn
  • Milchprodukten
  • Obst und Nüsse
  • gelegentlich Fisch und
  • wenig Fleisch.

Kleine Sünden gezielt einbauen, aber begrenzen

Gegen übermäßigen Appetit hilft es, die begehrten und den Heißhunger auslösenden Nahrungsmittel gezielt auf dem Speisezettel einzuplanen. „Dann gibt es etwa nach jedem Mittagessen ein kleines Eis oder hin und wieder eine Pizza, aber mit einem großen Salat", sagt Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks „Gesund ins Leben" im Bundeszentrum für Ernährung in Bonn.

Was nach Aussagen von Psychologe Meule auch hilft: sich vom Thema Essen durch schöne Unternehmungen und Sport abzulenken.

Übergewicht bei der Mutter – Übergewicht beim Kind

Eine gesunde und gewichtsstabilisierende Ernährung in der Schwangerschaft hat auch noch eine tiefere Bedeutung: Sie wir in Zusammenhang gebracht mit dem späteren Essverhalten des noch ungeborenen Kindes. Maria Flothkötter vom Bundeszentrum für Ernährung gibt zu bedenken: „Sind Schwangere übergewichtig, sollten sie darauf achten, nicht zu stark zuzunehmen. Sonst haben ihre Kinder ein höheres Risiko, später selbst übergewichtig zu werden."

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Insulin , Ernährung , Fast-Food , Schwangerschaft
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Schwangerschaft“

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Viele gesundheitsbewusste Verbraucher wissen genauso wie Diabetiker um die dick- und krankmachende Wirkung von Zucker. Deshalb richtet sich deren Hoffnung auf Süßstoffe. Doch obwohl sie zuckerfrei und zumindest kalorienarm sind, machen auch sie offenbar dick.


Ist die Infektion abgeklungen, ist Covid-19 für viele Patienten keineswegs vorbei – es geht nur anders weiter. Die AOK hat ein neues Beratungsportal geschaltet: damit Long-Covid-Patienten diese neue Krankheit besser verstehen und leichter mit ihr umgehen können.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin