Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Tipps gegen Einsamkeit

Einsamkeit macht krank. Die Corona-Pandemie verschärft das Problem. Wissenschaftler aus Bielefeld unterbreiten auf der website „Einsam durch Corona“ praktische Vorschläge, die Gefühlen der Einsamkeit entgegenwirken können.
Corona macht Einsame noch einsamer. Doch es gibt Tipps gegen die Einsamkeit

Corona macht Einsame noch einsamer. Doch es gibt Tipps gegen die Einsamkeit

„(Gem)einsam durch Corona“ durch Corona – so heißt ein aktuelles Projekt der Fachhochschule Bielefeld. Auf der Website „einsam-durch-corona.de“ haben Forscher um den Psychologen Prof. Sebastian Bamberg ganz praktische Vorschläge für Privatpersonen oder Betreuungskräfte gesammelt, die Gefühlen der Einsamkeit entgegenwirken können.

 

 

Persönliche Kontakte mit AHA-Regeln möglich

Die Maßnahmen und Tipps gegen Einsamkeit tragen den AHA-Regeln Rechnung. So wird zum Beispiel dazu geraten, persönliche Kontakte weiterhin zu pflegen. Nur eben mit Mindestabstand, Maske oder einer Plexiglasscheibe. Auch Unterhaltungen durchs Fenster oder über einen Balkon hinweg sind denkbar, heißt es. Weitere Tipps umfassen etwa die digitale Kommunikation, Telefonieren und das klassische Briefeschreiben. Vorschläge wie Gemeinsames Kochen, Musizieren oder Sporttreiben dürften dagegen unter Corona-Bedingungen nicht immer einfach umzusetzen sein.

Die Vorschläge basieren auf wissenschaftlichen Analysen, sagen die Verantwortlichen. So ist auch deren jeweilige Wirksamkeit ausgewiesen. Dafür haben die Forscher unter anderem eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2011 herangezogen, in der Befunde aus 40 Interventionsstudien zusammengefasst wurden, in denen empirisch überprüft wurde, wie wirksam verschiedene Maßnahmen zur Reduktion von Einsamkeitsgefühlen sind. „Anhand dieser und weiterer wissenschaftlicher Erkenntnisse haben wir mit einer breiten Suchstrategie Maßnahmen und Ideen aus verschiedenen Medienquellen zusammengestellt und vergleichbare Interventionen zusammengefasst und bewertet“, erklärt Prof. Bamberg.

Einsamkeit so schädlich wie Rauchen

Die Bielefelder Wissenschaftler haben das Projekt gestartet, weil Einsamkeit gesundheitsschädlich ist, vergleichbar mit dem täglichen Konsum von 15 Zigaretten. „Soziale Kontakte beeinflussen unsere Persönlichkeit, indem sie die soziale Identität beeinflussen. Normen, die in einer Gruppe vorherrschen, bestimmen, welche Meinungen und Aktivitäten uns wichtig sind und wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten. All diese Faktoren wirken sich auf unsere Gesundheit aus“, sagt er. Um gesund zu bleiben, sei es daher notwendig, tragfähige soziale Bindungen aufzubauen.

Doch Corona macht es schwer, die Bindungen aufrechtzuerhalten. Ältere Menschen oder Patientinnen und Patienten in Einrichtungen, die keinen Besuch bekommen dürfen oder wollen, aber auch Studierende, die isoliert Onlinevorlesungen verfolgen, und viele andere Menschen, die ihren Hobbies oder sonstigen Routinen wegen der Schließungen nicht nachgehen können und bei denen die damit verbundenen sozialen Kontakte entfallen.

Die auf „einsam-durch-corona.de“ gesammelten Tipps lassen sich relativ einfach umsetzen. Sie richten sich an die Betroffenen selbst, aber ebenso an Personen, die einsame Menschen betreuen, beispielsweise in Kliniken oder Seniorenheimen. Das Projekt wird von der Initiative „Innovationen gegen die Corona-Krise“ zentral von der FH Bielefeld gefördert. Als Reaktion auf die anhaltende Covid-19-Pandemie hatte die Hochschule diese interne Förderung bereits im Frühjahr ausgeschrieben. Insgesamt werden 13 Projekte gefördert.

Foto: © Adobe Stock/carballo

Autor: ham
 

Weitere Nachrichten zum Thema Einsamkeit

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Vorhofflimmern ist die häufigste bedeutsame Herzrhythmusstörung. Die meisten Patienten bemerken es aber nicht einmal – dabei ist es nicht ungefährlich: Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfall-Risiko. Ein deutsch-kanadisches Forscherteam hat ein Immer-dabei-Rhythmuspflaster getestet, das Vorhofflimmern bei Risikopatienten zehn Mal häufiger erkennt als die herkömmliche Diagnostik.


Mit einer steilen These hat sich der Berliner Infektionsschutzexperte Klaus-Dieter Zastrow in die laufende Debatte über Wege aus den Lebensbeschränkungen infolge der COVID-19-Pandemie eingeschaltet. „Warum desinfizieren wir uns nicht die Mundhöhle, da wo das Virus sitzt?", sagte Zastrow im TV-Sender Phoenix. Wenn man das befolge, könnten Schulen, Geschäfte, Restaurants und Kulturstätten in Kürze wieder öffnen.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin