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22.01.2021

Tipps gegen den „Mausarm" im Homeoffice

Fußboden, Küchentisch, Schaukelstuhl oder sogar das eigene Bett: Im improvisierten Homeoffice entstehen ungeahnte neue Arbeitsorte. Für stundenlanges Arbeiten sind sie aber oft nicht konzipiert. Die dauerhafte Arbeit im Homeoffice kann deshalb etwa zu Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat führen, denen man aber vorbeugen kann. Ein Beispiel: der „Mausarm".
Homeoffice auf dem Boden mit Laptop, Stiften, Katze.

Katze hin oder her: Gerade im improvisierten Homeoffice muss man aufpassen, dass man keinen „Mausarm" bekommt.

Viele arbeiten seit Monaten im Homeoffice an provisorischen Arbeitsplätzen und häufig am Notebook. Diese Geräte sind zwar praktisch und kompakt, aber deutlich unergonomischer als Desktopgeräte. Denn ist die Tastatur auf der richtigen Höhe, ist der Bildschirm zu niedrig, was zu Verspannungen in der Nacken- und Rückenmuskulatur führen kann. Ist der Bildschirm auf der richtigen Höhe, ist wiederum die Tastatur zu hoch, was Hände, Arme und Schulter strapazieren kann. Bei länger andauernder Tätigkeit mit dem Laptop empfiehlt es sich deshalb, eine externe Tastatur und Maus zu verwenden. Damit Letztere nicht auch noch Schmerzen verursacht: Hier ein paar Tipps gegen den „Mausarm" von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Wie der Mausarm entsteht

Der Mausarm entsteht durch langes Arbeiten mit der Computermaus oder Tastatur, was zu einer Überlastung führt. Immer gleiche sich wiederholende Bewegungen der Finger mit einseitiger Belastung in unnatürlicher Körperhaltung führen schließlich zu Schmerzen. Kommt dann noch Stress hinzu, verspannt sich die Hand weiter. „Im Homeoffice leidet nicht nur der Rücken, sondern wir beobachten auch eine Zunahme von Hand- und Armbeschwerden“, sagt  Eva-Maria Baur, Handchirurgin und Funktionärin bei der DGOU.

 

Kribbeln, Kraftverlust: Wie sich der Mausarm bemerkbar macht

Die Beschwerden äußern sich zuerst als leichtes Kribbeln beziehungsweise als Kraftverlust in Hand und Unterarm. Anfangs spürt man sie nur während der Arbeit mit der Computermaus und der Tastatur. Nach längerer Zeit entwickeln sich dann Schmerzen, die trotz Entlastung anhalten. „Bei vielen Patienten liegt jedoch keine Entzündung vor, sondern durch die chronische Überlastung wird das Sehnengewebe degeneriert und die Kollagenfasern werden geschädigt. Bleibt dann zu wenig Zeit für die Regeneration, wird kein Kollagen zum Ausgleich nachgebildet. Mitunter kann es jedoch insbesondere im Bereich der Hand zu chronischen Entzündungen der Sehnen beziehungsweise Sehnenscheiden kommen“, sagt Baur.

Homeoffice-Prävention: Regelmäßig Pausen und Übungen

Die Experten von der DGOU empfehlen im Homeoffice Tätigen in jedem Fall einen regelmäßigen „Büro-Workout“, also Übungen zur Entspannung und Stärkung von Händen, Armen, Schultern, Nacken und Rücken. Eine stundenlange steife Haltung vor dem Bildschirm sollte vermieden werden – ebenso stereotype Bewegungen mit der Hand. „Regelmäßige Bewegung am häuslichen Computerarbeitsplatz hilft, die Hand gesund zu halten und einem Mausarm vorzubeugen“, sagt Dieter Wirtz, Präsident der DGOU. Gerade das Arbeiten im Homeoffice führe zu einer besonderen Belastung der Hand, da der Arbeitsplatz meist nur provisorisch ausgestattet sei. Orthopäden und Unfallchirurgen empfehlen deshalb allen Computerarbeitenden, regelmäßig zu pausieren und ihre Hände bewusst aktiv zu bewegen.

Dem Mausarm vorbeugen: Drei Übungen für die Hände

  • Hände schütteln:
    Beim Schreiben mehrmals pro Stunde die Hände und/oder Arme ausschütteln.

  • Hände dehnen:
    Eine Faust machen, dabei den Daumen in die Faust nehmen. Kurz halten und die Hand dann wieder öffnen und Finger spreizen. Übung zehnmal wiederholen.

  • Hände kreisen:
    Kreisende Bewegungen mit der Hand machen, abwechselnd mit gespreizten Fingern und geballter Faust, dabei mehrfach die Richtung wechseln.

(Quelle: DGOU)

Mit ergonomischem Arbeitsplatz-Ausstattung gegen den Mausarm

Auch eine möglichst ergonomische Gestaltung und Ausstattung des Arbeitsplatzes insgesamt hilft Beschwerden wie dem Mausarm vorzubeugen. Die Berufsgenossenschaften bieten hierfür einen ausführlichen Ratgeber an. Eine ergonomische Tastatur oder auch eine Handauflage vor der Tastatur können dafür sorgen, dass die Hand entlastet wird. Aber auch eine gute Sitzhaltung trägt zur Entlastung des Arms bei. Hilfreich ist ein Bürostuhl mit höhenverstellbaren Armlehnen. Gleichzeitig sollte auf die Höhe des Bildschirms geachtet werden, damit der Nacken- und Schulterbereich entspannt bleibt.

Foto: AdobeStock/agcreativelab

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Hauptkategorie: Prävention und Reha
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