Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Tipp bei chronischer Verstopfung: Kiwis essen

Dienstag, 7. Juni 2022 – Autor:
Verstopfung (chronische Obstipation) gehört mit zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität. Experten haben die Behandlungs-Leitlinien aktualisiert. Ein Tipp: Kiwis essen.
Kiwis enthalten Pflanzenfasern, die die Verdauung anregen

– Foto: Pixabay/Lebensmittelfotos

Verstopfung (chronische Obstipation) gehört mit zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und weitere Fachgesellschaften haben die Studienlage überprüft und die Behandlungs-Empfehlungen aktualisiert. Ein Tipp aus der neuen S2k-Leitlinie: Kiwis essen.

Chronische Obstipation liegt vor, wenn zwei der folgenden Kriterien seit mindestens 3 Monaten bestehen: klumpiger oder harter Stuhl, starkes Pressen bei den Stuhlentleerungen, subjektiv unvollständige Entleerung, manuelle Manöver zur Erleichterung der Defäkation und weniger als drei spontane Stuhlgänge pro Woche.

Sehr viel Trinken und sehr viel Sport verbessern nicht den Effekt

Bei Frauen, älteren Menschen und Bettlägerigen tritt Verstopfung häufiger auf. Dabei gibt es es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass faserarme Kost, verringerte Flüssigkeitsaufnahme, mangelnde Bewegung oder eine abrupte Änderung der Lebensumstände die Obstipation hervorrufen könnten. Sie tritt aber eindeutig als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf.

Im Rahmen der Behandlung sollte auf eine tägliche Trinkmenge von 1,5 bis 2 Litern geachtet werden. Eine hierüber hinaus gehende zusätzliche Flüssigkeitszufuhr hat keinen therapeutischen Effekt. Körperliche Inaktivität sollte vermieden werden. Über das normale Maß hinausgehende körperlichen Aktivitäten haben jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss auf die Verstopfung.

 

Tipp bei chronischer Verstopfung: Kiwis essen

Patienten mit chronischer Verstopfung sollte der tägliche Verzehr von zwei Portionen (insgesamt 300 g) bestimmter Früchte empfohlen werden. Dazu zählen Backpflaumen, Kiwi und Mango. Sie enthalten Ballaststoffe in Form von Fasern, die die Stuhlkonsistenz verbessern und die Stuhlfrequenz erhöhen.

Eine Ballaststoff-Aufnahme von 30 g pro Tag sollten angestrebt werden, entsprechend den Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung. Sie können auch als Nahrungsergänzungsmittel in Samen-, Pulver- oder Körnerform eingenommen werden wie etwa Flohsamen. Diese enthalten hochkonzentrierte pflanzliche Ballaststoffe.

Abführmittel auch für Schwangere und geriatrische Patienten

Wenn Ballaststoffe nicht wirken, kann der Arzt sogenannte Laxantien (Abführmittel) verschreiben, die die Peristaltik anregen. Macrogole, Natriumpicosulfat und Bisacodylsind hier die Arzneimittel der ersten Wahl. Der Einnahmezeitraum ist nicht begrenzt. Es kann Nebenwirkungen wie Krämpfe und Durchfälle geben, die Verträglichkeit verbessert sich oft bei Dauereinnahme.

Daneben gibt es osmotisch wirkende Laxantien, die das Stuhlvolumen erhöhen. Sie sind auch in der  Schwangerschaft geeignet. Im Vergleich erwies sich hier ein Senna-Präparat wirksamer als Lactulose. Laxantien können  generell auch bei geriatrischen Patienten verordnet werden. Falls die konventionellen Wirkstoffe nicht anschlagen oder nicht vertragen werden, kommt für diese Prucaloprid in Frage. Weitere Behandlungsoptionen für Patienten, die unter chronischer Verstopfung leiden, sind Probiotika und Präbiotika.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Darm , Ernährung , Nahrungsergänzungsmittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Verdauung

Dass man Blähungen im Bauch hat und immer wieder pupsen muss, kann manchmal peinlich sein, ist zunächst aber ein ganz normaler Vorgang. Die Ursachen sind meist harmlos und lassen sich schon durch eine Umstellung von Ernährungsgewohnheiten ändern. Allerdings können auch bestimmte Erkrankungen dahinterstecken.

16.01.2019

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Darmkrebs: Die Häufigkeit dieser Krankheiten könnte durch eine ballaststoffreiche Ernährung deutlich gesenkt werden. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Meta-Studie, die jetzt im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlicht wurde.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Menschen mit Adipositas leiden oft nicht nur unter einer Stigmatisierung durch die Gesellschaft und einer eingeschränkten Lebensqualität. Sie besitzen auch ein höheres Risiko für Folgeerkrankungen, zeigt eine Studie der TU München.

 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin