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13.04.2021

Thrombose-Fälle auch bei Johnson & Johnson-Impfstoff

Der neue Impfstoff von Johnson & Johnson ist in der EU zugelassen. Die Einführung wird sich aber verzögern. Nach Thrombose-Fällen bei Geimpften untersucht die Europäische Arzneimittelbehörde mögliche Zusammenhänge.
Auch beim Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson traten Thrombosen auf

 

Der neue Impfstoff von Johnson & Johnson wurde im März in der EU zugelassen. Die Einführung des Impfstoffs in den Mitgliedsstaaten wird sich nun aber verzögern. Nach Thrombose-Fällen bei Geimpften untersucht der PRAC, der bei der EMA für die Sicherheit von Arzneimitteln zuständig ist, mögliche Zusammenhänge.

Bei den Betroffenen bildeten sich Blutgerinnsel bei gleichzeitig niedrigem Blutplättchen-Spiegel. Die Personen hatten zuvor den Covid-19-Impfstoff von Janssen erhalten - der Hersteller gehört zum Konzern Johnson & Johnson. Vorteil des Impfstoffs: Er muss nur einmal gegeben werden.

Thrombose-Fälle auch bei Johnson & Johnson-Impfstoff

Insgesamt traten in den USA sechs Thrombose-Fälle im Zusammenhang mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff auf, und zwar sechs bis 13 Tage nach der Impfung bei Frauen zwischen 18 und 48 Jahren. Sie erlitten Sinusvenenthrombosen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat nun empfohlen, die Impfungen mit dem Präparat vorerst auszusetzen.

Der neue Impfstoff ist ein Vektor-Impfstoff, ebenso wie das Präparat von AstraZeneca. Auch hier wurden Fälle von Blutgerinnseln gemeldet. Sie ereigneten sich in den ersten beiden Wochen nach der Impfung. Insgesamt traten sechs Fälle von Sinusvenen-Thrombosen und 24 Fälle von Venenthrombosen im Bauchraum auf, die in der EU-Datenbank zur Arzneimittelsicherheit (EudraVigilance) gemeldet wurden. 18 davon waren tödlich.

 

In England wurde AstraZeneca an 25 Millionen verimpft

Die Fälle kamen hauptsächlich aus der EU und Großbritannien, wo rund 25 Millionen Menschen den Impfstoff erhalten hatten. Ungewöhnliche Blutgerinnsel mit niedrigen Blutplättchen-Spiegeln müssen laut PRAC nun als sehr seltene Nebenwirkung des AstraZeneca-Impfstoffs in der Packungsbeilage aufgeführt werden.

Da vor allem Frauen zwischen 30 und 50 Jahren betroffen waren, änderte die STIKO ihre Impfempfehlung für Deutschland: AstraZeneca wird nun nur noch an über 60-jährige Personen verimpft.

Clarkson-Syndrom nach AstraZeneca-Impfung

Der PRAC überprüft außerdem Berichte über das Kapillarlecksyndrom (Clarkson-Syndrom) bei Personen, die mit AstraZeneca geimpft wurden. In der EudraVigilance-Datenbank wurden fünf Fälle dieser sehr seltenen Erkrankung gemeldet, die durch das Austreten von Flüssigkeit aus Blutgefäßen gekennzeichnet sind und eine Schwellung des Gewebes und einen Blutdruckabfall verursachen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei noch nicht klar, ob ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung besteht. Der PRAC wird entscheiden, ob regulatorische Maßnahmen erforderlich sind, die normalerweise aus einer Aktualisierung der Produktinformationen bestehen.

Foto: Adobe Stock/diy13

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