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12.10.2020

Thrombose durch Antibabypille - eine unterschätzte Gefahr

Auch moderne Antibabypillen erhöhen das Risiko für eine Thrombose deutlich. Die Aktuelle S3-Leitlinie zur Hormonellen Empfängnisverhütung weist erstmals auf diese Gefahr jetzt hin.
Das Aktionsbündnis Thrombose fordert mehr Aufklärung zum Thromboserisiko bei Antibabypillen

Das Aktionsbündnis Thrombose fordert mehr Aufklärung zum Thromboserisiko bei Antibabypillen

In diesem Jahr feiert die Antibabypille ihren 60. Geburtstag. Bis heute ist sie das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland. Doch ganz ohne Nebenwirkungen ist die Pille nicht. Obwohl moderne Antibabypillen wesentlich weniger Hormone enthalten als die erste Generation, haben Frauen ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose bzw. ein thromboembolisches Ereignis wie eine Lungenembolie. Thrombosen sind kleine Blutklümpchen in den Venen. Geraten sie über den Blutstrom in ein Organ, spricht man von einer Embolie. Am häufigsten ist die Lunge betroffen.

Hormone erhöhen Risiko für Embolien

Je nach Art und Konzentration der Hormonanteile steigt das Risiko venöser Thromboembolien (VTE) etwa um den Faktor 2 bis 8 und während einer Schwangerschaft um den Faktor 6, im Wochenbett um den Faktor 22.

In der aktuellen S3-Leitlinie zur Hormonellen Empfängnisverhütung wird nun ausdrücklich auf das erhöhte Risiko venöser Thromboembolien (VTE) hingewiesen.

Leitlinien werden bestenfalls von den Ärzten gelesen, nicht aber von den Anwenderinnen der Antibabypille. Das Aktionsbündnis Thrombose fordert darum mehr Aufklärung zum Thromboserisiko bei Antibabypillen. „Die Antibabypille ist ein Medikament und kein Lifestyle-Produkt“, sagen die Mitglieder des Aktionsbündnisses, dem sich mehrere Universitätskliniken und die Deutsche Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin angeschlossen haben.

 

Mehr Aufklärung gefordert

„Wir müssen stärker als bisher über Vor- und Nachteile der Antibabypille aufklären – dazu gehört auch die Kenntnis der Thromboserisiken“, betont der Wissenschaftlicher Leiter des Aktionsbündnis Thrombose Prof. Rupert Bauersachs. „Denn sie wird heute häufig als Lifestyle-Produkt und weniger als Medikament angesehen, welches auch Nebenwirkungen haben könnte.“

Am 13. Oktober findet der 7. Welt-Thrombose-Tag statt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Schirmherrschaft übernommen. Das Aktionsbündnis Thrombose nutzt den doppelten Anlass für eine online-Veranstaltung: „Risiko Thrombose: 60 Jahre Pille – was sind die Fakten?“

Foto: © Adobe Stock/ Yvonne Weis

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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