. Welt-Thrombose-Tag

Thrombose – das sind die Risiken

Thrombosen sind eine lautlose Gefahr und können sogar junge Sportler treffen. Doch es gibt Anhaltspunkte, die gefährlichen Klumpen im Blut zu erkennen.
Thrombosen machen sich durch Schmerzen in der Wade, Schwellungen und Überwärmung der Beine bemerkbar. Oft leider zu spät

Thrombosen machen sich durch Schmerzen in der Wade, Schwellungen und Überwärmung der Beine bemerkbar. Oft leider zu spät

Mit nur 29 Jahren erlitt die Profi-Tennisspielerin Serena Williams eine Lungenembolie. Eine Not-Operation konnte sie retten. Bei dem CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder führte die Lungenembolie sogar zum Tod. Er war gerade mal 35 Jahre alt.

Die beiden Fälle zeigen, dass eine Thrombose jeden treffen kann: Sportler, junge Menschen und sogar Kinder. Einer Lungenembolie geht immer eine Thrombose voraus, also ein kleines Klümpchen im Blut. Gelangt es in die Lunge, spricht man von einer Lungenembolie. In Deutschland sterben jedes Jahr mehr als 40.000 Menschen an dieser Komplikation.  

Alter ist nicht der einzige Risikofaktor

Wie aber kommt es überhaupt zu einer Thrombose? Ein hoher Risikofaktor ist das Alter. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Thrombose zu erkranken, steigt mit dem Alter erheblich.

Bei jungen Menschen sind es häufig vererbte Blutgerinnungsstörungen oder Sportverletzungen. Bei einer Verletzung am Bein kann es durch den Heilungsprozess zu einer Entzündung kommen, die eine Thrombose befördert. Ein weiterer Risikofaktor ist die Veränderung des Hormonhaushaltes im Blut. Hormonelle Verhütung, etwa mit der Anti-Baby-Pille, steigert das Thromboserisiko deutlich. Einen ähnlichen Effekt hat eine Schwangerschaft. Die Thromboembolie ist heute die führende Todesursache während der Schwangerschaft.

Auch eine plötzliche Immobilität, etwa nach einer Verletzung oder einer Operation, mindert die Leistung der Muskelpumpe, die das Blut durch die Venen pumpt. Das Blut versackt und eine Thrombose entsteht. Darum wird nach einer Operation das blutverdünnende Heparin gespritzt. Lange Flugzeugreisen begünstigen ebenfalls das Thromboserisiko.

Einen weiteren Risikofaktor haben kürzlich schwedische Forscher aufgedeckt. Danach haben Menschen mit langen Beinen ein erhöhtes Risiko, weil die Muskelpumpe bei ihnen stärker beansprucht wird.

Die Risiken im Überblick

  • Alter
  • Hormone (insbesondere Antibabypille, Schwangerschaft)
  • Immobilität (z.B. nach Operationen, lange Reisen im Flugzeug oder Bus)
  • Lange Beine
  • Rauchen

Symptome

Thrombosen werden oft lange nicht erkannt, weil sie zunächst völlig schmerzlos sind. Treten jedoch bestimmte Anzeichen auf, sollte der Arzt die Beine checken:

  • Schmerzen in der Wade, die leicht als Muskelkater fehlgedeutet werden können
  • Schwellung, Überwärmung und Verfärbung des Beines

Zusätzliche Luftnot und Schwindel deuten auf eine mögliche Lungenembolie hin. Und jede zehnte Lungenembolie endet tödlich!

Wie einer Thrombose vorbeugen?

Ärzte raten zu einem gesunden Lebensstil mit einer ausgewogene Ernährung und viel  Flüssigkeit in Form von klarem Wasser oder ungesüßten Tees. Auch leichte Fruchtschorlen sind okay. Das A & O ist aber, in Bewegung zu bleiben. Die Muskelpumpe lässt sich übrigens auch bei langem Sitzen durch spezielle Übungen trainieren. Wichtig ist, dass der Blutfluss in den Beinen angeregt wird.

Am 13. Oktober ist Welt-Thrombose-Tag: Ausgerufen von der Internationalen Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (ISTH) geht es an diesem Tag darum, auf die Thrombose und Lungenembolie aufmerksam zu machen.

Foto: DGA

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Thrombose , Lunge

Weitere Nachrichten zum Thema Thrombose

| Sport wirkt sich positiv auf die Thrombozyten-Aktivität aus und kann dadurch das Risiko für eine gefährliche Thrombose senken. Einer aktuellen Studie zufolge kann durch Sport bereits innerhalb von zwei Monaten eine Normalisierung des Thrombose-Risikos erreicht werden.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.