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15.10.2018

Thromboembolien zweithäufigste Todesursache von Krebspatienten

Krebspatienten sterben in der Regel an ihren Metastasen. Die zweithäufigste Todesursache sind aber Thromboembolien. In der Öffentlichkeit ist die stille Gefahr aus den Venen kaum bekannt.
Thrombose, Krebs

Eine Thrombose kann auf Krebserkrankung hinweisen

Krebspatienten sind besonders gefährdet eine Thrombose zu erleiden. Jeder fünfte Tumorpatient erkrankt daran, umgekehrt wird bei jedem fünften Thrombosefall ein Krebsleiden entdeckt. „Deren Folgeerkrankung, die Thromboembolie ist die zweithäufigste Todesursachen bei Krebspatienten“, sagte Prof. Hanno Riess, Onkologe und Hämatologe von der Charité am Freitag auf den DGK Herztagen. Hierbei handle es sich wiederum häufig um eine Lungenembolie (es gibt auch Embolien in anderen Organen). Da häufig mehrere starke Risikofaktoren wie Operation, Bettlägerigkeit, Chemotherapie, Bestrahlung oder Infektionen vorliegen, sei die Thromboseprophylaxe weniger effektiv, meinte Riess.

Krebs lässt das Blut schneller verklumpen

Die hohe Thromboserisiko bei Krebs lässt sich so erklären: Ein bösartiger Tumor steigert die Gerinnungsfähigkeit des Blutes, das heißt, das Blut gerinnt schneller. Je aggressiver das Tumorwachstum, desto höher das Thromboserisiko. Aus diesem Grund gelten die tiefe Beinvenenthrombose und die oberflächliche Venenthrombose oft auch als erster Hinweis auf einen Tumor. Hinter rund 20 Prozent aller Thrombosefälle verbirgt sich eine Tumorerkrankung. Prof. Rupert Bauersachs, Angiologe und Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose, appelliert daher: „Personen über 50 Jahren, die ein thromboembolisches Ereignis ohne Auslöser erleiden, bedürfen einer intensiveren Anamnese und sollten unbedingt entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Hier sind besonders die Hausärzte, Angiologen und Phlebologen gefragt, also diejenigen, die in der Regel als Erste die Patienten zu Gesicht bekommen.“ 

 

Behandlung muss sich an den Leitlinien orientieren

Die Thrombosetherapie eines onkologischen Patienten sei eine individuelle Entscheidung des behandelnden Arztes nach Rücksprache mit dem Patienten. Eine gewichtige Rolle spielten dabei die Art des Tumors sowie der Behandlung, das Blutungsrisiko und die Unterscheidung zwischen stabilem und instabilem Zustand, so Prof. Rupert Bauersachs weiter.

40.000 Menschen sterben jedes Jahr an Lungenembolie

Das Aktionsbündnis Thrombose kritisiert, dass es in den meisten Kliniken kein einheitliches Therapieregime gibt, was sich in den Unterschieden in den Entlassbriefen niederschlägt. Die Folgen unzureichenden Prophylaxe oder Therapie können verheerend sein, so das Bündnis.

Rund 50.000 Menschen erkranken pro Jahr an einer Lungenembolie. 40.000 versterben daran. Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Brust- und Prostatakrebs und HIV zusammen. Häufigste Ursache dafür ist eine Thrombose. Menschen jeden Alters können betroffen sein.

 luaeva - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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