. Telemedizin

The winner is...

Mit einer kleinen Überraschung hat am Mittwoch der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit im Berliner ICC begonnen. Im Wettbewerb der Gesundheitsregionen der Zukunft haben nur zwei - statt wie erwartet fünf - Regionen das Rennen gemacht: Nordbrandenburg und Neckar-Alb. Die Jury schätzte die beiden Regionen als "exzellent" ein.
The winner is...

© Picture-Factory - Fotolia.com

Die Region Nordbrandenburg hatte die Jury mit einem Konzept zur Verbesserung der ländlichen Versorgung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen überzeugt. In Brandenburg besteht seit Jahren ein Mangel an niedergelassenen Ärzten, insbesondere an Kardiologen. Mit Hilfe des neuen Betreuungskonzeptes sollen über intelligente Systeme geografische Entfernungen überwunden und Ärzte motiviert werden, auf dem Land zu praktizieren.

"Telemedizin spielt eine grosse Rolle in unserem Konzept, aber nicht nur", erläuterte Dr. med. Friedrich Köhler, Oberarzt in der Kardiolgie des Charité Campus Mitte, der das Projekt initiiert und koordiniert hat. "Das Wesentliche ist, dass die Medizin vor Ort durch den Hausarzt gestärkt wird und der Arzt nicht auf verlorenem Posten ist, da er in ständiger Verbindung zu Kompetenzzentren steht", so Köhler. Das Konzept umfasst die Akut, Notfall- und chronische Versorgung von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, auch Schlaganfallpatienten gehören dazu.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan zeichnete die Sieger in der Eröffnungsveranstaltung des Hauptstadtkongresses am 27. Mai 2009 aus. Die beiden Regionen erhalten insgesamt etwa 40 Millionen Euro vom Forschungsministerium und Partnern der Regionen für die Realisierung ihrer Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den kommenden vier Jahren. "Die Gesundheitsregionen Nordbrandenburg und Neckar-Alb zeigen in ihren Konzepten, wie Regionen ihr spezifisches Potenzial für Innovationen in der Patientenversorgung in herausragender Weise nutzen und Verantwortliche aus medizinischer Forschung, Entwicklung und Gesundheitsversorgung effektiv vernetzen können", sagte Schavan. Eine 14-köpfige Jury unter Vorsitz von Reinhard Busse, Professor an der TU Berlin, schätzte die beiden Regionen als "exzellent" ein. Auf dem Hauptstadtkongress 2008 vor einem Jahr hatte sich das Team um Köhler für die zweite Runde zusammen mit zwanzig anderen Regionen qualifiziert und 100.000 Euro erhalten.

An dem medizinischen Versorgungskonzept Nordbrandenburgs sind rund 30 Partner beteiligt, darunter das Hasso-Plattner-Institut, Brahms, Biotronik und Getemed. Dr. Friedrich Köhler ist vom hohen Innovationspotenzial des umfassenden Betreuungskonzeptes überzeugt. "Die Region hat grosse Probleme, aber auch grosse Chancen", meinte Köhler. "Niemand hat erwartet, dass die Lösung aus Brandenburg kommt." Dass das für die Region entwickelte Betreuungskonzept - zu dem auch in der Region entwickelte Produkte wie etwa Biomarker zur Diagnostik gehören - auch ein Exportschlager werden kann, das habe die Jury in besonderer Weise überzeugt.

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Telemedizin

| Fast 50 Prozent der Deutschen würden gerne eine Videosprechstunde nutzen. Ärzte sind jedoch eher skeptisch. Worauf diese unterschiedlichen Einschätzungen beruhen, wollte nun die Bertelsmann-Stiftung durch eine Umfrage herausfinden.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Praxis Dr. Becker, Wittenbergplatz 2, 10789 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.