Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
29.10.2017

Thailand meldet Anstieg von Leptospirose-Infektionen

In Folge der schweren Unwetter haben die Behörden in Thailand vor einem Anstieg an Leptospirose-Infektionen gewarnt. Das Deutsche Centrum für Reisemedizin rät Reisende zur Vorsicht. 47 Menschen sind bereits gestorben.
Thailand ist ein beliebtes Ziel von Rucksacktouristen. Aufgrund von Leptospirose-Infektionen warnen Reisemediziner jetzt zur Vorsichtsmaßnahmen

Thailand ist ein beliebtes Ziel von Rucksacktouristen. Aufgrund von Leptospirose-Infektionen warnen Reisemediziner jetzt zur Vorsichtsmaßnahmen

In Thailand haben schwere Unwetter zu katastrophalen Überschwemmungen geführt. Besonders hat es den Osten und die Mitte des Landes einschließlich Bangkok getroffen. Nun macht sich in Folge der Schlamm- und Wassermassen eine Infektionskrankheit breit: die Leptospirose. Die thailändischen Gesundheitsbehörden haben in diesem Jahr bereits 2.425 Erkrankungen und 47 Todesfälle registriert. Ein weiterer Anstieg der Zahlen gilt als wahrscheinlich.

 

 

Leptospiren-Bakterien überleben lange

In Wasser und Schlamm finden die Leptospiren-Bakterien günstige Überlebensbedingungen. In die Umwelt gelangen sie über den Urin infizierter Nagetiere, aber auch von Haus- und Nutztieren wie Hunden, Schweinen und Rindern. Menschen infizieren sich entweder durch den direkten Kontakt mit erregerhaltigem Urin oder den Kontakt mit einer kontaminierten Umwelt, wobei die Bakterien über Hautläsionen oder die Schleimhäute in den Körper gelangen.

Touristen rät das deutsche CRM Centrum für Reisemedizin zur Vorsicht. „Reisende, insbesondere Rucksacktouristen und Expeditionsteilnehmer, sollten den direkten Kontakt mit Süßwasser-Gewässern und Schlamm in den betroffenen Gebieten unbedingt meiden, meint Professor Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Zu einem solchen direkten Kontakt komme es beispielsweise auch beim Wasserfallklettern oder bei Sportaktivitäten wie Schwimmen. Zudem sollten Touristen sich von Tieren fernhalten. „Ihre Infektiosität bleibt vermutlich über Monate hinweg bestehen.“

Schwere Krankheitsverläufe mit Antibiotika behandeln

Die Leptospirose-Erkrankung verläuft in der Regel harmlos. Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Wochen. Das erste Stadium äußert sich durch grippeartige Symptome wie hohes Fieber mit Schüttelfrost und starke Kopf- und Muskelschmerzen. Oft sind die Schleimhäute gerötet und eine Bindehautentzündung tritt auf. Im zweiten Stadium können auch Organe betroffen sein, etwa die Leber und Niere, was sich durch eine Gelbfärbung von Haut, Organen und Körperflüssigkeiten äußert.

Sind Organe wie die Lunge oder das Gehirn können betroffen, kann es zu einer Bronchitis, einer Meningitis oder einer Meningoenzephalitis kommen. „Dann sollte schnellstmöglich eine Therapie mit Antibiotika erfolgen, etwa mit Penicillin G oder Doxycyclin“, erläutert Jelinek. Ohne entsprechende Behandlung verliefen zwei bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle tödlich. „Je nach Expositionsgefahr für den Reisenden kann auch eine prophylaktische Einnahme von Doxycyclin in Erwägung gezogen werden“, ergänzt der Reisemediziner. Das müsse man aber im Rahmen einer individuellen reisemedizinischen Beratung gemeinsam besprechen.

Foto: pixabay Freie kommerzielle Nutzung

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Reisemedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Reisemedizin

09.03.2019

Der G-BA hat entschieden: Die Impfung gegen Gürtelrose wird für besonders gefährdete Personengruppen Kassenleistung. Das gilt für alle Menschen ab einem Alter von 60 Jahren sowie solche mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ab einem Alter von 50 Jahren.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.

 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin