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Tennis kann der Wirbelsäule schaden

Dienstag, 4. Juni 2013 – Autor:
Beim Tennis kann es zu einer achtmal größeren Belastung der Wirbelsäule kommen als beim Joggen. Das kann Rückenschmerzen sowie Schädigungen der Wirbelsäule nach sich ziehen. Vor allem die Bewegungen beim Aufschlag stellen eine große Belastung für den Rücken dar.
Tennis schadet Wirbelsäule

Viele Tennisspieler leiden unter Rückenschmerzen

Tennis ist beliebt. Doch die einseitigen Belastungen bei diesem Sport können zu Rückenschmerzen und sogar zu Verletzungen der Wirbelsäule führen. Vor allem der Aufschlag stellt ein gesundheitliches Risiko dar, denn durch die Drehbewegungen werden die Bandscheiben stark belastet. Australische Sportmediziner haben dies in einer aktuellen Studie mit 20 männlichen Profitennisspielern bestätigt.

Sieben Spieler litten zu Beginn der Studie unter Rückenschmerzen, die zeitweise sogar zu Einschränkungen beim Sport führten, sowie an Schäden in der Lumbalregion im Bereich L4/L5. Die übrigen 13 Männer hatten keine Schmerzen und dienten als Kontrollgruppe. Für ihre Untersuchung benutzten die Forscher das Vicon Motion Analysis System, mit dem die Bewegungen des Schlägers, der Arme und Beine, des Rumpfes und der Lendenwirbelregion über am Körper befestigte Lichtpunkte aufgezeichnet und analysiert werden können.

Bewegungen beim Tennis belasten Wirbelsäule

Durch die gekoppelte Bewegung beim Aufschlag (Rotation und Seitneigung) ist die Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule bis zu achtmal so groß wie beim Laufen. In der Untersuchung konnte gezeigt werden, dass bei den Spielern, die unter Rückenschmerzen litten, während der Ausschwungphase eine deutlich geringere Rotation in der Transversalebene (zum Schläger hin) vorhanden war als bei Spielern ohne Rückenschmerz. Auch dokumentierten die Sportmediziner eine stärkere Rotation nach links, also weg vom Schläger, im Bewegungsablauf nach dem Aufschlag. Zudem stellten die Forscher fest, dass die Spieler mit Rückenschmerzen in der Ausschwungphase nach links eine deutlich größere Kraft aufwiesen.

Die Mediziner vermuten, dass diese Krafteinwirkung zu Schädigungen an der Wirbelsäule und zu Rückenschmerzen führen kann. Bestätigt wurde dies durch Aufnahmen im Magnetresonanztomographen (MRT), die bei fünf der sieben Spieler, die unter Rückenschmerzen litten, Stressfrakturen in der Region der Lendenwirbel L4 oder L5 aufzeigten.

 

Muskelaufbautraining hilft

Durch die schnellen Rotationen und ruckartigen Dehnungen kann es beim Tennis im schlimmsten Fall zu einem Bandscheibenvorfall kommen. Typische Begleiterscheinungen sind sehr starke Schmerzen, die bis in die Arme ausstrahlen, Gefühlsstörungen oder sogar Lähmungen. Vor allem Spieler über 40 Jahre sind häufig von den Beschwerden betroffen, doch auch jüngere Sportler erleiden durch ein zu hartes Training immer öfter einen Bandscheibenvorfall.

Dennoch muss nicht jeder, der ab und zu nach dem Tennis unter Rückenproblemen leidet, ganz auf den Sport verzichten. Empfehlenswert ist es, den Aufschlag eine Zeit lang nur noch von unten zu machen. Als Prävention ist zusätzlich ein Muskelaufbautraining sinnvoll. Vor allem der breite Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi), der das Rückgrat stabilisiert, sollte gezielt trainiert werden. Auch die Bauchmuskulatur zu stärken, ist sinnvoll, da diese den Rücken stützt und die Rückenmuskulatur entlastet.

Foto: © herl - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

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