Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Telefonische Krankschreibungen jetzt bis 4. Mai möglich

Telefonische Krankschreibungen bei Erkältungskrankheiten sind nun doch weiterhin möglich. Nach massiver Kritik hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Corona-bedingte Maßnahme bis zum 4. Mai verlängert - vorerst.
Bei Erkältungskrankheiten können Ärzte ihre Patienten weiterhin telefonisch krankschreiben. Grund ist die COVID-19-Pandemie

Bei Erkältungskrankheiten können Ärzte ihre Patienten weiterhin telefonisch krankschreiben. Grund ist die COVID-19-Pandemie

Am 20. April sollte Schluss sein mit telefonischen Krankschreibungen bei Erkältungskrankheiten. So hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Ende letzter Woche angekündigt, die im Zuge der COVID-19-Pandemie eingeführte Maßnahme nicht verlängern zu wollen. Doch es gab von Ärztevertretern so viel massive Kritik daran, dass der G-BA bereits am Montag zurückgerudert ist. Ein Argument war die zum Teil noch fehlende Schutzausrüstung in den Praxen.

Seit Dienstag ist es nun amtlich: Telefonische Krankschreibungen bei Erkältungskrankheiten sind definitiv bis zum 4. Mai möglich. Sinn und Zweck der telefonischen Krankschreibung ist es, erkältete Patienten aus den Praxen fernzuhalten, damit sie dort niemanden anstecken.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass eine Krankschreibung und das Ausstellung der Bescheinigung nur aufgrund einer ärztlichen Untersuchung erfolgen darf.  Mit einer Ausnahmeregelung vom 20. März setzte der G-BA diese Vorgabe außer Kraft bzw. reduzierte es auf ein Telefongespräch. Ärzte konnten seither ihre Patienten für 14 Tage krankschreiben – Anruf genügt.

Krankschreibung auf sieben Tage verkürzt

Die Dauer der Krankschreibung wurde jetzt auf sieben Tage verkürzt und kann nach erneuter telefonischer „Anamnese“ für weitere sieben Tage fortgesetzt werden. Um Missbrauch zu vermeiden schreibt der G-BA Ärzten vor, „sich vom Zustand der Patienten durch eingehende telefonische Befragung zu überzeugen.“

Zu dem Hin und Her erklärte der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken: Alle Verantwortlichen müssten derzeit tagesaktuell und auf unsicherer Erkenntnislage neu abwägen und entscheiden, wie eine schrittweise Herstellung des regulären Medizinbetriebes unter Wahrung des gebotenen Infektionsschutzes möglich sei. „Denn es geht ja darum, Versicherten und Patienten auch in der aktuellen Situation solide Diagnosen und umfassende Behandlungen aller Erkrankungen zu ermöglichen“, sagte Hecken.

 

4. Mai ist der Tag, an dem Friseure öffnen

Unabhängig davon gilt auch weiterhin dass Versicherte bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.

Rechtzeitig vor Auslaufen der nun verlängerten Ausnahmeregelung will der G-BA erneut über eine mögliche Verlängerung entscheiden. Der Ausschuss wird gut begründen müssen, warum nicht Ärzte auch in der Lage sein sollten, sich und ihre Patienten zu schützen, wenn Friseuren das zugetraut wird, die ja am 4. Mai wieder öffnen dürfen.

Foto: © Adobe Stock/Stockfotos-MG

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Ärzte
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
 
Weitere Nachrichten
Alkohol ist ein Zellgift, das offenbar auch Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, dass sich selbst bei ansonsten gesunden Menschen das Risiko für Vorhofflimmern signifikant erhöht. Demnach haben schon kleine Mengen einen negativen Effekt.

Schwere Unfälle oder Tumor-Erkrankungen können das Gesicht massiv entstellen. Dank computerassistierter Techniken kann der langwierige und sehr belastende Zeitraum für die Wiederherstellung des Gesichts abgekürzt werden. Meist muss nur noch einmal operiert werden – auch weil Implantate mittels 3-D-Drucker schnell und patientenindividuell hergestellt werden können.

Weil Corona so oft asymptomatisch verläuft, kann über die Dunkelziffer nur spekuliert werden. Licht ins Dunkel bringt nun eine Studie Helmholtz Zentrums München. Danach waren in zweiten Corona-Welle waren drei- bis viermal mehr Kinder in Bayern mit SARS-CoV-2 infiziert, als über PCR-Tests gemeldet.
 
Kliniken
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin