. Kosmetische Licht- und Laserbehandlung

Tattoos, Haare, Falten: "Weglasern" dürfen künftig nur Ärzte

Bei der Entfernung von Tätowierungen beispielsweise kommt Laserstrahlung höchster Risikoklassen zum Einsatz. Bei unsachgemäßer Anwendung können bleibende Schäden entstehen. Deshalb dürfen nach dem neuen Strahlenschutzrecht künftig nur noch Ärzte unerwünschte Hautphänomene „weglasern“.
Tattoo-Entfernung mit Laser

Weg ist der Fisch: Bei der Entfernung von Tätowierungen gilt die Laserbehandlung als Mittel der Wahl. Gute Ergebnisse, gut verträglich, technisch sehr entwickelt.

Der Name der Ex-Geliebten, Herzchen, Anker oder das berüchtigte „Arschgeweih“: Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland trägt heute eine Tätowierung auf der Haut. Mit der steigenden Popularität der Tattoos steigt auch die Zahl der Tattoos, die man wieder loswerden will. Waren bisher auch Tattoo-Studios, Kosmetiker und andere Anbieter berechtigt, Tätowierungen mit Laserbehandlungen zu entfernen, soll dies in Zukunft nur noch approbierten Ärzten mit entsprechender Weiterbildung erlaubt sein. Der Grund dafür: die Gefährlichkeit der hierfür nötigen Laserstrahlung.

„An der Haut besteht bei der Behandlung mit Laserstrahlung grundsätzlich die Gefahr der Verbrennung oder Narbenbildung. Bei unsachgemäßer Anwendung können bleibende Schäden entstehen“, sagt Gerd Kautz, Dermatologe und Mit-Ausarbeiter des seit 2019 neu gefassten Strahlenschutzrechts. „Bei kosmetischen Anwendungen mit Lasern besteht die Gefahr, dass Hautauffälligkeiten verändert oder entfernt werden, was eine Diagnose bösartiger Tumore erschweren kann.“

Massive Eingriffe ins Hautgewebe: Ab 2020 nur noch durch Ärzte

In der „Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen“ (NiSV) heißt es wörtlich: „Ablative [„entfernende“] Laseranwendungen oder Anwendungen bei denen die Integrität der Epidermis [„Oberhaut“] als Schutzbarriere verletzt wird, die Behandlung von Gefäßveränderungen und von pigmentierten Hautveränderungen, die Entfernung von Tätowierungen oder Permanent-Make-up sowie Anwendungen mit optischer Strahlung, deren Auswirkungen nicht auf die Haut und ihre Anhangsgebilde beschränkt sind, wie die Fettgewebereduktion, dürfen nur von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Weiterbildung oder Fortbildung durchgeführt werden.“ Diese Verordnung wird Ende 2020 in Kraft treten. Andere Teile des neuen Strahlenschutzrechts gelten bereits seit dem Jahreswechsel 2018/2019.

Lasern (nichtionisierende Strahlung) ist nach Auskunft der Haut- und Laserklinik Dr. Kautz im rheinland-pfälzischen Konz eine der gängigsten Therapiemethoden zur Tattoo-Entfernung. Gründe dafür sind die sehr guten Ergebnisse, die guten Verträglichkeit und der hohe Entwicklungsstand dieser Methode. Ein Vertreter der neuesten Gerätegeneration beispielsweise ist der sogenannte Pikosekunden-Laser. Bei fachgerechter Anwendung entstehen kaum Schmerzen und Narben, die Tattoos können ohne Betäubung entfernt werden.

 

Tattoo-Entfernung: Laser zerschießt die Farbpigmente

Entscheidend für den Behandlungserfolg ist die Wellenlänge des Lasers, die auf die Farbe der Farbpigmente abgestimmt sein muss. Durch diese passenden Laserstrahlen werden die Farbstoffpartikel in kleine Teile zerschossen und in Folge vom Körper abtransportiert oder abgebaut. Bei der Zerstörung mancher Pigmente allerdings können nach Auskunft des Bundesamts für Strahlenschutz giftige und krebserregende Verbindungen wie Blausäure oder Benzol entstehen. Vor allem bei komplexen, mehrfarbigen Tätowierungen müssen sich die Klienten auf mehrere Behandlungsrunden einstellen.

Laser und Licht gegen Blutschwämmchen, Fettpolster und Rosacea

Die therapeutischen Möglichkeiten der Laser- und Lichttherapie gehen über die Entfernung von ungeliebten Tätowierungen weit hinaus. In der Dermatologie (Hautheilkunde) sowie der Ästhetischen Medizin werden „nichtionisierende Strahlungsquellen“ neben der Entfernung von Tätowierungen zur dauerhaften Haarentfernung, Faltenglättung oder der Zerstörung von Fettgewebe angewandt. Zu diesen Laser- und Lichttherapiemethoden zählen neben Lasern intensives Licht, Ultraschall und elektromagnetische Felder. Spezielle Energieanwendungen werden zur Entfernung von Hämangiomen („Blutschwämmchen“), Hautkrebsvorstufen und Rosacea genutzt. Bei diesen Erkrankungen stellen die Lichttherapieverfahren aber nur einen Bestandteil im kompletten Behandlungsprozess dar.

Foto: Fotolia.com/RF BSIP

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Hauptkategorie: Medizin
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