. Demenzprävention

Tanzen verbessert Gedächtnis

Immer wieder liefern Studien Hinweise darauf, dass Bewegung die Entstehung einer Demenz hinauszögern kann. Besonders wirksam scheint dabei Tanzen zu sein. Eine Studie hat nun bestätigt, dass Tanzen das Gedächtnis bei älteren Menschen verbessern kann.
Tanzen gegen Demenz

Tanzen hilft, das Gedächtnis auch im Alter zu schützen

Die Menschen werden immer älter und Demenzerkrankungen nehmen kontinuierlich zu. Daher suchen Forscher unter Hochdruck nach Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit des Gehirns im fortgeschrittenen Alter zu erhalten. Zwar mehren sich die Hinweise, dass unter anderem Bewegung und Ernährung eine Rolle bei der Demenzprävention spielen, aber noch ist die Evidenzlage dazu recht dünn. Auch weiß man nicht, welche Art von Bewegung am besten geeignet ist, die kognitive Leistungsfähigkeit zu erhalten. Dass Tanzen besonders gut geeignet zu sein scheint, das Gedächtnis zu erhalten, haben nun schon mehrere Studien gezeigt. Eine neue Untersuchung liefert Hinweise darauf, warum das so ist.

Tanzen stellt Gehirn vor komplexe Aufgaben

Dass Sport alleine nicht ausreicht, um die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter zu erhalten, ist bereits bekannt. Zwar kann körperliche Aktivität auch im Erwachsenenalter die Bildung neuer Nervenzellen anregen; die neu gebildeten Zellen benötigen jedoch zusätzlich eine ausreichende kognitive Stimulation, um zu überleben. Wenn körperliche und geistige Beanspruchung zusammenkommen, sind die Auswirkungen auf Gedächtnis und Denkfähigkeit daher am besten. Dies ist beispielsweise beim Tanzen der Fall. Tanzen stellt das Gehirn vor komplexe Herausforderungen: Verarbeitung der Musik, Synchronisierung der Bewegungsabläufe mit dem Rhythmus, komplexe dreidimensionale Bewegungen und Kommunikation mit dem Tanzpartner kommen hier zusammen.

Wie stark die Wirkung des Tanzens auf das Gedächtnis sein kann, hat nun ein Forscherteam um Professor Notger Müller von der neurologischen Uniklink in Magdeburg untersucht. An ihrer Studie nahmen über 60 Personen mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren teil. Die Hälfte von ihnen absolvierte ein Fitness- und Krafttraining, die anderen ein spezielles Tanztraining.

Aufmerksamkeit steigt durch Tanzen

Sechs Monate später zeigte sich, dass sich die Tänzer bei den Punkten Aufmerksamkeit und Flexibilität signifikant stärker verbessert hatten als diejenigen, die ein reines Sporttraining absolviert hatten. Die größten Unterschiede zeigten sich bei der Aufmerksamkeit. Auch ihr Gleichgewicht konnten diejenigen, die am Tanztraining teilgenommen hatten, stärker verbessern. Entsprechend zu diesen Ergebnissen konnten die Wissenschaftler auch Veränderungen im MRT erkennen: Die Forscher fanden bei den Tänzern eine Volumenzunahme im Gyrus frontalis medius und Gyrus temporalis, also in Regionen, die mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis assoziiert sind, ebenso im cingulären Kortex, der für die Koordination komplexer Bewegungen notwendig ist.

Besonders interessant ist auch, dass es nur bei den Tänzern, nicht jedoch bei den reinen Sportlern zu einem signifikanten Anstieg des Nervenwachstumsfaktors BDNF (Neuropeptid Brain-Derived Neurotrophic Factor) kam. Die Studie wird nun weitere eineinhalb Jahre fortgeführt, um die Langzeitwirkungen des Tanzens auf das Gedächtnis und die Kognition zu untersuchen.

Foto: © Pavel Losevsky - Fotolia.com

Autor: red

Weitere Nachrichten zum Thema Gedächtnis

| Positive Nachrichten für alle Schokoladen-Fans: die Flavonole im Kakao, die besonders in Bitterschokolade enthalten sind, sollen Studien zufolge die kognitiven Leistungen verbessern. Dieser Wirkung liegen offenbar verschiedene Mechanismen zugrunde.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Wer regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und kann den Alterungsprozess in einigen körperlichen Bereichen um zehn Jahre zurückdrehen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Langzeitstudie „Gesundheit zum Mitmachen“.
Die (hATTR) Amyloidose ist eine seltene Erbkrankheit mit einer geringen Lebenserwartung. Hoffnung macht jetzt ein neues Medikament, das bereits die klinischen Phase III erfolgreich absolviert hat. Die Zulassung könnte schon nächstes Jahr erfolgen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.