. Sturzprophylaxe

Tai Chi reduziert Sturzrisiko

Regelmäßige Tai-Chi-Übungen können bei älteren Menschen das Risiko für Stürze signifikant reduzieren. Das haben Forscher aus Taiwan nun in einer Vergleichsstudie gezeigt und damit frühere Untersuchungen bestätigt.
Taiji

Tai Chi stärkt das Gleichgewicht

Immer mehr Menschen interessieren sich für fernöstliche Bewegungsformen wie Tai Chi oder Qi Gong. Neben der allgemeinen Kräftigung des Körpers sollen die traditionellen chinesischen Übungen das Immunsystem stärken und für inneren Ausgleich sorgen. Nun haben taiwanesische Forscher zeigen können, dass Tai Chi auch das Sturzrisiko älterer Menschen reduzieren kann – sogar besser als konventionelle Gymnastik- und Kräftigungsübungen.

Schon frühere Studien hatten den Nutzen von Tai Chi für die Sturzprophylaxe gezeigt. So konnte eine vergleichende Analyse, die im Jahr 2012 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, zeigen, dass Tai Chi das Gleichgewicht von Parkinson-Patienten verbessern kann und dazu beiträgt, dass es zu weniger Stürzen kommt. In der Studie schnitt die traditionelle chinesische Bewegungslehre sogar besser ab als ein Krafttraining.

Wirkungsvoller als konventionelles Stärkungstraining

Für die aktuelle Studie teilten taiwanesische Forscher 456 ältere Menschen, die zu Stürzen neigten, in zwei Gruppen ein. Während ein Teil der Probanden einmal wöchentlich über sechs Monate lang ein Tai-Chi-Training absolvierte, machten die anderen während dieser Zeit konventionelle Übungen zur Stärkung der unteren Extremitäten. Dazu gehörten Dehnungs- und Muskelstärkungsübungen sowie ein Balancetraining.  

Wie sich zeigte, war während der sechs Monate die Neigung zu Stürzen in der Tai-Chi-Gruppe signifikant geringer als in der Kontrollgruppe. Diese Verbesserung war auch zwölf Monate später noch feststellbar. Zudem verbesserten sich auch die kognitiven Fähigkeiten bei den Teilnehmern, die Tai Chi praktizierten, signifikant stärker als in der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse der Studie wurden im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlicht.

Tai Chi wirkt positiv auf Körper und Geist

Tai Chi (eigentlich: Tai-Chi Chuan) ist eine alte Kampfkunst, die heute jedoch von Millionen Menschen hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen, zur Entspannung oder zur Meditation praktiziert wird. Beim Tai Chi werden harmonische Bewegungen des Körpers mit meditativen Elementen verbunden. Dabei werden die Gelenke gelockert, der Körper entspannt und die Haltung verbessert. Lange Zeit galt Tai Chi als esoterisch angehauchte Außenseitermethode, doch mittlerweile haben zahlreiche Studien gezeigt, dass die Übungen positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, die Beweglichkeit, das Schmerzempfinden und auch auf depressive Erkrankungen haben können.

Foto © Monika Wisniewska - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sturzprophylaxe , Langes Leben , Alter , Bewegungstherapie , Sport , Komplementärmedizin

Weitere Nachrichten zum Thema Sturzprophylaxe

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Hundertjährige sind in ihren letzten Lebensjahren gesünder als gedacht. Das haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin gezeigt. Ihrer Studie zufolge haben Menschen, die im Alter von einhundert Jahren und älter verstarben, weniger Erkrankungen als denjenigen, die zwischen 80 und 99 Jahren starben.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin, Akademisches Lehrkrankenhaus, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.