Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
29.05.2017

Täglich 300 Tote durchs Rauchen

Jeden Tag sterben in Deutschland 300 Menschen am Rauchen. Damit geht jeder siebte vorzeitige Todesfall auf Tabakgenuss zurück. Diese und andere erschreckende Zahlen hat jetzt eine Studie ermittelt.
110.000 tabakbedingte Todesfälle pro Jahr: Zum Weltnichtrauchertag gibt Deutschland kein gutes Bild ab:

110.000 tabakbedingte Todesfälle pro Jahr: Zum Weltnichtrauchertag gibt Deutschland kein gutes Bild ab:

Kurz vor dem Weltnichtrauchertag am 31. Mai ist im „Lancet“ eine Studie zum Rauchen erschienen. In der Studie „Death, disease and tobacco“ kommt Deutschland schlecht weg. „Bei der Tabakkontrolle liegen wir auf einem der letzten Plätze in Europa“, kommentiert Prof. Heino Stöver vom Institut für Suchtforschung der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) die neue Studie von John Britton.

Danach sind Folgeschäden des Rauchens hierzulande die häufigste Todesursache. 110.000 tabakbedingte Todesfälle gibt es in Deutschland pro Jahr, das heißt 300 Menschen sterben pro Tag vorzeitig an den Folgen des Rauchens. In anderen Worten: Jeder siebte Deutsche stirbt vorzeitig am Rauchen.

16,3 Millionen Raucher in Deutschland

Zwar sinkt die Zahl der Raucher in Deutschland seit 1990 stetig, jedoch deutlich weniger als im Durchschnitt aller Länder weltweit. Die Zahl der Rauchenden ging in Deutschland bei den Männern in den vergangenen 25 Jahren im Schnitt um 0,9 Prozent pro Jahr zurück, bei den Frauen lediglich um 0,3 Prozent. „Deutschland ist ein Tabakhochkonsumland: Eine Prävalenz von 25 bis28 Prozent abhängigen Raucherinnen und Rauchern wird nur noch in wenigen Ländern Europas zum Beispiel Österreich und Griechenland übertroffen“, sagt Stöver mit Blick auf die 16,3 Millionen aktiven Raucher.

 

Schaden von 21 Milliarden Euro pro Jahr

Der Gesundheitswissenschaftler schätzt die tabkabedingten Folgekosten wie Arzt-, Therapie- und Krankenhauskosten, Arbeitsausfälle sowie Nichtraucherschädigungen auf rund 21 Milliarden Euro pro Jahr. Vergleichsweise wenig werde für effektive Tabakprävention getan.  „Rauchreduktionsprogramme und E-Zigaretten sollte hier bedeutendere Rollen einnehmen, wie es in anderen Ländern – etwa in England – bereits erfolgt ist“, fordert Stöver. Tabakkontrollpolitik müsse endlich wirksame Maßnahmen gegen das Rauchen ergreifen und konsequent Gesundheitsinteressen über wirtschaftliche Interessen der Tabakindustrie stellen. Auch Verluste durch Steuereinnahmen dürften hier keine Rolle spielen, meint Stöver.

Doch derzeit scheint die Politik taub gegenüber solcher Kritik zu sein. Während zum Weltnichtrauchertag die Gesundheitsminister von Bund und Ländern eifrig vor den Folgen des Rauchens warnen, ist Deutschland das einzige Land in Europa, das noch uneingeschränkt Tabakaußenwerbung erlaubt. Und es ist Weltmeister bei den Zigarettenautomaten: 330.000 Automaten gibt es sonst nirgendwo.

Foto: #145269995 | © mbruxelle - Fotolia.com

Autor: ham
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rauchen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rauchen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin