Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Systemische Therapie bei Jugendlichen mit Essstörungen im Vorteil

Freitag, 26. August 2022 – Autor:
Bei Essstörungen und psychischen Störungen durch Drogen-Einnahme zeigt sich bei Kindern und Jugendlichen ein Vorteil der Systemischen Therapie gegenüber anderen Therapieansätzen. Das berichtet das IQWIG.
Bei Teenagern mit Esstörungen wirkte die systemische Therapie besser als andere

– Foto: Adobe Stock/fizkes

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht derzeit, ob die Systemische Therapie bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen Vorteile im Vergleich zu anderen Behandlungen hat.

Vorläufiges Ergebnis: Bei Essstörungen und psychischen Störungen, die auf die Einnahme von die Psyche beeinflussenden Substanzen wie Drogen zurückgehen, zeigt sich in Studien die Systemische Therapie überlegen.

Bei Kinder und Jugendlichen bislang nicht erstattungsfähig

Die Systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren. Leitgedanke ist, dass soziale Beziehungen - vor allem innerhalb der Familie - eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Behandlung von psychischen Störungen spielen.

Die analytische Psychotherapie, die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Verhaltenstherapie können als ambulante Leistung in der gesetzlichen Krankenversicherung zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt und erstattet werden. Die Systemische Therapie, seit 2020 für Erwachsene erstattungsfähig, bislang nicht. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das IQWiG mit der Nutzenbewertung beauftragt.

 

Systemische Therapie bei Jugendlichen mit Essstörungen im Vorteil

Das wertete dafür 37 randomisierte kontrollierten Studien aus. Ein Ergebnis: In einer Studie mit 450 Cannabis-Konsumenten im Alter zwischen 13 und 18 Jahren wurde die Systemische Therapie mit den Richtlinien-Thrapien vergleichen. Bei Studien-Ende waren unter der Systemischen Thrapie sowohl der Cannabisgebrauch geringer als auch die Anzahl der Symptome einer Cannabiskonsumstörung.

Auch bei  Essstörungen von Kindern und Jugendlichen lässt sich gegenüber anderen Behandlungen ein Vorteil der Systemischen Therapie ableiten, heißt es weiter in einer Mitteilung.

Bei Depressionen und Angst besser als Placebo

Bei affektiven Störungen wie Depressionen sowie bei Angst- und Zwangsstörungen zeigen die Daten Vorteile der Systemischen Therapie gegenüber einer Placebo- oder keiner Behandlung. Für die Anwendungsbereiche "Störungen des Sozialverhaltens" und "Seelische Krankheit aufgrund frühkindlicher emotionaler Mangelzustände" soll es weitere Erprobungsstudien geben.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Angst , Depression , Drogen , Psychotherapeuten , Therapieverfahren , Kinder
 

Weitere Nachrichten zum Thema Essstörungen

06.05.2021

Das Bedürfnis nach perfekter Selbstinszenierung in den sozialen Medien kann bei Jugendlichen zu Essstörungen führen. Das zeigt eine Studie der Hochschule Landshut. Unrealistische Schönheitsideale und Schlankheitswahn senken demnach das Wohlbefinden und erhöhen die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Nicht nur junge Frauen sind davon betroffen.

24.11.2020

Psychische Erkrankungen bei Kindern sind immer noch ein Tabu. Dabei sind etwa 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland betroffen. Welche psychischen Störungen in jungen Jahren am häufigsten sind und wie die Chancen auf Heilung steht, wird nun in einem Faktenblatt der Bundespsychotherapeutenkammer beschrieben.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Normalerweise beginnt die Grippesaison nach dem Jahreswechsel. Weil das Immunsystem bei vielen dank der Hygienemaßnahmen aus der Corona-Pandemie auch bei Grippe aus der Übung ist, erwarten Experten die Winter-Welle diesmal früher, schneller und heftiger.

Kochsalz macht Lebensmittel herzhaft – und ist als Natriumchlorid der wichtigste Mineralstoff im Körper. Doch wir brauchen sehr viel weniger davon, als wir denken. Ab einer Tiefkühlpizza müssten wir den Salzkonsum für den Rest des Tages einstellen.

Die Nase ist dicht, man kriegt schwer Luft, es drückt und schmerzt: Wer eine Erkältung oder Grippe hat, hat oft auch eine Nasennebenhöhlen-Entzündung. Was kann man tun, um diese normalerweise harmlose, aber unangenehme Atemwegserkrankung zu behandeln?
 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin