. Prävention

Sunface App errechnet Hautkrebsrisiko

Heute schön braun. Morgen faltig und übermorgen Hautkrebs? Eine App zeigt, was mit der Haut in 25 Jahren passiert.
Sunface App

Blick in die Zukunft: so sieht die Haut in 25 Jahren aus

Brutzeln in der Sonne oder im Solarium ist immer noch in. Zwar braucht der Körper Sonnenlicht, um Vitamin D zu bilden. Doch ausgedehnte Sonnenbäder lassen die Haut erstens früher altern und erhöhen zweitens das Risiko für Hautkrebs. Dass heute fünfmal so viele Menschen am gefährlichen schwarze Hautkrebs erkranken wie in den 1970er Jahren, ist kein Zufall. Ein Experte erklärt, warum: „Das liegt vor allem daran, dass es in Mode kam, sich im Urlaub, oder später auch im Solarium, bräunen zu lassen“, sagt Dr. Titus Brinker vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. „Viele empfinden das leider auch heute noch als schick.“

Befragungen unter Solariennutzern zeigen, dass vor allem junge Menschen mit dem Bräunen ihre Attraktivität steigern wollen. Ein gefährliches Schönheitsideal, findet Brinker. Um insbesondere junge Leute vor den Folgen zu warnen, hat Brinker eine App entwickelt, die das Gesicht der Zukunft zeigt.

Selfie schießen und Hautkrebsrisiko errechnen

Grundlage bildet ein Selfie und Angaben über die Gewohnheiten in Sachen Sonnenschutz und Bräunungsverhalten: Die App zeigt dann, wie man einmal in 5 oder 25 Jahren aussehen wird und wie wahrscheinlich ein Hautkrebs ist. Außerdem zeigt die App, wie man Hautkrebs und seine Vorstufen bei sich erkennen kann, und gibt Tipps für den richtigen Sonnenschutz. Wer will, kann sein animiertes Selfie via Social Media teilen.

„Die Haut vergisst nichts. Die Sunface App verdeutlicht das sehr eindrücklich und richtet sich primär an eine Altersgruppe, die man ansonsten mit Präventionsmaßnahmen nur schwer erreicht“, erklärt Professor Dr. Alexander Enk, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Hautklinik Heidelberg.

Eine erste Studie mit insgesamt 205 Schülern im Alter von 13 bis 19 Jahren zeigte bereits, dass die App die Jugendlichen motiviert, sich besser vor UV-Strahlung zu schützen und das Solarium zu meiden. „Die Sunface App scheint ihren Zweck als niederschwellige Präventionsmaßnahme zu erfüllen“, so Dr. Brinker. „Prospektive Effekte müssen langfristig angelegte Folgestudien mit Vergleichsgruppe allerdings noch bestätigen.“

 

App kostenlos verfügbar

Die Sunface App gibt es seit Mai 2017 kostenlos für iPhones und Android Smartphones. Für die Erfindung ist der 27-jährige Mediziner am 24. März mit dem mit 25.000 Euro Preisgeld dotierten Young Research Award der La Roche-Posay Foundation ausgezeichnet worden.

Neben Sunface entwickelte er bereits sieben weitere Apps, darunter die Tabakpräventions-Apps Smokerface und Smokerstop mit mehr als 500.000 Nutzern. Brinker leitet seit Januar 2018 die App-Entwicklung am NCT und absolviert parallel seine Facharztweiterbildung an der Universitäts-Hautklinik.

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Haut , Hautkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hautkrebs

| Mit den sommerlichen Temperaturen stellt sich wieder die Frage: Wieviel Sonne ist gesund? Sonnenlicht kurbelt die körpereigene Produktion von Vitamin D an, andererseits erhöht die UV-Strahlung das Hautkrebsrisiko.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Mitte Mai erwarten Virologen eine Coronapatientenwelle und damit die erste Belastungsprobe für das deutsche Gesundheitssystem. Nach Aufrufen von Politik und Universitäten haben Tausende Medizinstudenten ihre Bereitschaft signalisiert, in die Bresche zu springen. Aber wo? In Deutschland gibt es fast 2.000 Krankenhäuser. Auf einer Internet-Plattform können Freiwillige und Einrichtungen jetzt zueinanderfinden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.