. Übergewicht

Süßstoffkonsum der Mutter macht Kinder dick

Mütter, die während der Schwangerschaft täglich mit künstlichem Süßstoff gesüßte Getränke zu sich nahmen, hatten öfter dicke Kinder. Das zeigt eine Studie, die im Fachblatt Jama Pediatrics veröffentlicht wurde.
Sorgt Süßstoff womöglich für Übergewicht?

Süßstoff hilft nicht unbedingt beim Abnehmen

Kanadische Forscher untersuchten mehr als 3000 Mutter-und Kind-Paare aus einer Langzeit-Studie, die zwischen 2009 und 2012 schwangere Frauen beobachtete. Die Frauen hatten Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten im zweiten und dritten Drittel ihrer Schwangerschaft ausgefüllt.

Fast 30 Prozent der Frauen gaben an, ab und zu künstlich gesüßte Getränke während der Schwangerschaft konsumiert zu haben, fünf Prozent taten dies mindestens einmal pro Tag. Mehr als 20 Prozent sagten, dass sie mindestens ein mit Zucker gesüßtes Getränk pro Tag tranken.

Nahm die Mutter Süßstoff, war das Baby öfter übergewichtig

Größe und Gewicht der Babys wurde gemessen, als sie ein Jahr alt waren. Etwa 5 Prozent der Kinder waren für ihr Alter übergewichtig. Babys, deren Mütter täglich künstliche Süßstoffe zu sich nahmen, waren doppelt so häufig übergewichtig wie die, deren Mutter nicht auf künstliche Süßstoffe zurückgriffen. Eine Verbindung von zuckerhaltigen Getränken und dem Body-Mass-Index des Kindes gab es nicht.

Auch wenn berücksichtigt wurde, dass diejenigen Frauen eher zu künstlichen Süßungsmitteln griffen, die übergerwichtig waren oder in der Folge des Übergewichts an Schwangerschaftsdiabetes litten, blieb ein deutlicher Zusammenhang bestehen. Und auch wenn weitere Risikofaktoren herausgerechnet wurden: Die übergewichtigen Mütter stillten ihre Kinder früher ab und fütterten bereits in den ersten Monaten feste Nahrung zu.

 

Fördern künstliche Süßstoffe sogar Übergewicht?

Künstliche Süßstoffe gehen durch die Muttermilch von der Mutter auf das Kind über, betonten die Forscher. Süßstoffe sind zuletzt in Verruf geraten, weil sie das Risiko für Übergewicht und Diabetes 2 sogar noch verstärken könnten, statt beim Abnehmen zu helfen.

In Tierversuchen zeigte sich, dass die Veranlagung bereits im Mutterleib gelegt wird: Wurden die Muttertiere mit Süßstoff gefüttert, wogen die Jungen mehr, sie hatten mehr Interesse an gesüßter Nahrung, häufiger wurden Störungen der Fettstoffwechsels und Insulinresistenz beobachtet. Kindliches Übergewicht wiederum ist ein Problem in Industrienationen, hier ist bereits jedes 5. Vorschulkind zu dick.

Foto: Viktor

Autor: bab
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Übergewicht , Schwangerschaft
 

Weitere Nachrichten zum Thema Übergewicht

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Es ist dreidimensional und schlägt wie ein richtiges Herz: Forschern ist es gelungen, aus Hautzellen menschliches Herzmuskelgewebe der Vorhöfe zu züchten. An dem Herzmuskel sollen künftig Medikamente gegen Vorhofflimmern getestet werden.
Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Rosacea. Die chronische Hautkrankheit belastet das Privat- wie das Berufsleben der Betroffenen viel stärker als bisher angenommen. Eine weltweite Umfrage unter Ärzten und Patienten bringt jetzt Licht in den Alltag mit Rosacea.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.