Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Süßstoff Aspartam bei Phenylketonurie verboten

Kinder, die mit der seltenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) auf die Welt kommen, müssen streng Diät halten. Tierisches Eiweiß ist verboten, aber auch der Süßstoff Aspartam. Eine Zuckersteuer hätte für diese Patienten unangenehme Folgen.
Kinder mit Phenylketonurie, Aspartam

Kinder mit Phenylketonurie müssen eiweißarm essen. Auch der Süßstoff Aspartam enthält eine Phenylalanin-Quelle und ist daher tabu

Eins von 10.000 Kindern kommt mit Phenylketonurie (PKU) zu Welt. Die erbliche Stoffwechselkrankheit wird beim Neugeborenen-Screening entdeckt – und kann daher rechtzeitig behandelt werden. Kinder, die an PKU, leiden müssen sich eiweißarm ernähren. Tierisches Eiweiß ist verboten. So dürfen Betroffene weder Fleisch, Fisch, Milch, Milchprodukte und Eier verzehren, müssen also eine vegane Diät halten.

Die meisten Obst- und Gemüsesorten sind erlaubt. Eltern müssen streng Buch führen, wieviel Eiweiß ihrem Kind pro Tag zugeführt wird. Da Kinder zum Wachsen und Gedeihen Eiweiß brauchen, gibt es das das sogenannte „Zauberpulver, das eine Aminosäuremischung enthält. Ähnlich wie bei der Zuckerkrankheit muss auch bei der Phenylketonurie regelmäßig das Blut kontrolliert werden – in diesem Fall der Phe-Wert.

Eiweißarme Diät

Der Verzicht auf Eiweiß ist wichtig, weil Kinder mit PKU einen wichtigen Baustein von Eiweiß --die Aminosäure Phenylalanin – nicht ausreichend verarbeiten können. In der Folge staut sich die Aminosäure im Blut an, was die geistige und körperliche Entwicklung eines Kindes ernsthaft gefährden kann.

Was nicht auf den ersten Blick offensichtlich ist: Der Süßstoff Aspartam enthält eine Phenylalanin-Quelle und ist daher für Patienten mit der angeborenen Stoffwechselstörung Phenylketonurie gesundheitsgefährdend.

 

Aspartam tabu bei Phenylketonurie

Die Deutsche Interessengemeinschaft Phenylketonurie und verwandte Stoffwechselstörungen sieht deshalb die Einführung einer Zuckersteuer mit Sorge entgegen. Die Erfahrungen im Europäischen Ausland hätten gezeigt, dass seit Einführung der „Sugar-Tax“ auch in solchen Lebensmitteln vermehrt Aspartam eingesetzt werde, die nicht als Light- oder Diät-Produkte erkennbar seien. Eine Zuckersteuer, so die Befürchtung, schränke die Auswahl der Lebensmittel weiter ein. 

„Durch die medizinisch notwendige eiweißarme Ernährung sind die Betroffenen in ihrer Lebensmittelauswahl erheblich eingeschränkt“, so die Interessengemeinschaft Phenylketonurie. Auch ohne Zuckersteuer verursachen die therapienotwendigen Speziallebensmittel Mehrkosten von bis zu 150 Euro pro Monat, die nicht durch die Krankenkassen erstattet werden und sich auch nicht von der Einkommenssteuer absetzen lassen. „Eine Zuckersteuer darf nicht zu einer weiteren Einschränkung der Lebensmittel- und Getränkeauswahl oder zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung für die betroffenen Patienten führen", so der verein. Die gesundheitlichen Vorteile der Zuckersteuer gelten nicht uneingeschränkt.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Seltene Erkrankungen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zucker

31.08.2017

Der Konsum von künstlichen Süßstoffen hilft nicht beim Abnehmen. Vielmehr deuten Forschungsdaten darauf hin, dass er langfristig mit einer Gewichtszunahme verbunden sind. Macht Süßstoff also dick?

Um das weltweite Übergewicht und seine Folgeerkrankungen einzudämmen, fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO eine Zuckersteuer – genauer gesagt: eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Dies teilte die Organisation am Dienstag anlässlich des Welt-Adipositas-Tags mit.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Wer ins Krankenhaus geht, ohne Notfallpatient zu sein, kann sich die Klinik aussuchen. Am wichtigsten sind Patienten dabei Hygiene und Sauberkeit. Erst auf Platz zwei folgt die Spezialisierung auf bestimmte Fachgebiete. Ob die Klinik groß oder klein ist, spielt kaum eine Rolle. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Hamburger Asklepios-Kliniken zu planbaren Behandlungen im Krankenhaus.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin