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01.09.2012

Süssholzwurzel kann möglicherweise Blutzucker senken

Die Süssholzwurzel beruhigt den Magen und hilft gegen Atemwegserkrankungen. Nun haben Forscher herausgefunden, dass sie möglicherweise auch bei Diabetes wirksam ist.
Süssholzwurzel

Süssholzwurzel

Die meisten kennen die Süssholzwurzel vermutlich nur als Hauptbestandteil der Lakritze. Doch seit der Antike wird sie auch in der traditionellen Naturheilkunde eingesetzt. Vor allem bei Magen- und Atemwegserkrankungen ist die Süssholzwurzel wirksam. Ein Forscherteam vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin hat nun herausgefunden, dass Süssholz auch Stoffe enthält, die gegen Diabetes wirken können. Die Wissenschaftler haben in der essbaren Wurzel der Pflanze Stoffe identifiziert, die in der Lage sind, den Blutzucker zu senken: die sogenannten Amorfrutine.

In Tierversuchen konnten die Wissenschaftler um Studienleiter Sascha Sauer die blutzuckersenkende Wirkung der Amorfrutine belegen. Aber die Stoffe wirken nicht nur antidiabetisch, sondern auch entzündungshemmend. Zudem sind sie offenbar sehr gut verträglich. Daher können sie möglicherweise bald zur Bekämpfung von komplexen Stoffwechselerkrankungen eingesetzt werden. Die Experimente zeigen, dass sie sogar einer Fettleber vorbeugen können - eine häufige Erkrankung, bei der es in Folge von zu fettreichem Essen oder Alkoholmissbrauch zu einer in der Regel reversiblen Einlagerung von Fett in die Leberzellen kommt. Möglicherweise lässt sich die Süssholzwurzel auch präventiv gegen verschiedene Krankheiten einsetzen.

Süßholz bei Diabetes: Lakritze essen hilft nicht

Wie die Forscher erklären, beruht die Wirkung der Süssholzwurzel darauf, dass die Amorfrutin-Moleküle an einen Rezeptor namens PPARγ andocken. PPARγ spielt im Fett- und Glukosestoffwechsel der Zelle eine wichtige Rolle. Durch die Bindung der Amorfrutin-Moleküle an den Rezeptor werden Gene aktiviert, welche die Plasmakonzentration verschiedener Fettsäuren und der Glukose senken. Durch den verringerten Glukosespiegel wird wiederum einer Insulinresistenz und damit der Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ2 vorgebeugt.

"Es nützt aber nichts, bei Diabetes Süssholztee zu trinken oder Lakritze zu essen", erklärt Sascha Sauer. Im Tee und in der Lakritze lägen die Amorfrutine in einer viel zu geringen Konzentration vor. Um eine ausreichende Konzentration der Stoffe aus der Süssholzwurzel zu gewinnen, haben die Forscher ein spezielles Extraktionsverfahren entwickelt. Bevor die Amorfrutine aber industriell produziert werden und als funktionelle Nahrungsergänzungsmittel angewendet werden können, müssen sie zuvor noch in klinischen Studien getestet werden. Wenn sich die Stoffe auch beim Menschen als wirksam und gut verträglich erweisen, können sie für verschiedene Anwendungsgebiete nutzbar gemacht werden.

Foto: photocrew/fotolia.com

 
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