Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
26.04.2017

Subklinische Hypothyreose: Hormongabe verbessert Symptome bei älteren Menschen nicht

Patienten mit subklinischer Hypothyreose werden häufig mit Schilddrüsenhormonen behandelt. Doch eine Langzeitstudie zeigt nun, dass dies bei älteren Personen weder die Symptome verbessert noch Blutdruck und Körpergewicht positiv beeinflusst.
Schilddrüsenhormone

Eine Therapie mit L-Thyroxin kann einige Nebenwirkungen haben

Bei etwa einem von zehn Senioren kann eine subklinische Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) festgestellt werden. Dabei produziert die Schilddrüse zwar genügend Hormone (T3 und T4), doch aufgrund eines gesteigerten Antriebs der Hypophyse wird vermehrt TSH (Thyreotropin) freigesetzt. Kommt es neben der erhöhten Konzentration des Hormons TSH auch zu einer Verringerung der Schilddrüsenhormone T3 und T4, spricht man von einer manifesten Hypothyreose. Aber auch wer nur von der subklinischen Variante betroffen ist, wird häufig mit Hormonen behandelt, da epidemiologische Studien gezeigt haben, dass eine subklinische Hypothyreose mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko einhergehen kann. Dennoch ist die Behandlungsbedürftigkeit der subklinischen Hyperthyreose umstritten. Nun haben Forscher die Folgen einer Therapie mit L-Thyroxin in einer Langzeitstudie untersucht.

TSH-Spiegel normalisiert sich häufig von alleine

Nicht alle Ärzte raten bei subklinischer Hypothyreose gleich zu einer Hormonbehandlung, da es bei Schilddrüsenhormonen leicht zu Schwankungen kommen kann und sich der TSH-Spiegel in vielen Fällen von selbst wieder normalisiert. Zudem sind sowohl subklinische Hypo- als auch Hyperthyreose durchaus nicht immer Vorboten einer sich noch entwickelnden Schilddrüsenerkrankung. Ob eine Hormonsubstitution Patienten mit subklinischer Hypothyreose vor kardiovaskulären Risikofaktoren schützt, konnte zudem noch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Für die TRUST-Studie haben nun Forscher um David Stott von der Universität Glasgow 737 Senioren im Alter von über 65 Jahren untersucht, bei denen der TSH-Wert erhöht war, während kein Mangel an freiem Thyroxin nachweisbar war. Die Patienten wurden mit L-Thyroxin oder Placebo behandelt und fünf Jahre lang beobachtet.

 

Keine Veränderungen bei Blutdruck und Körpergewicht

Die Studie zeigte, dass sich die TSH-Werte unter der Therapie schnell normalisierten und danach auf diesem Niveau blieben. Bei den eigentlich angestrebten Zielpunkten, nämlich einer positiven Beeinflussung von kardiovaskulären Risikofaktoren wie erhöhtem Blutdruck oder Körpergewicht, konnten jedoch keine Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Auch das Befinden der Patienten änderte sich nicht.

Die Ergebnisse der Studie könnten dazu beitragen, die Behandlungsbedürftigkeit einer subklinischen Hyperthyreose zu überdenken. Klare Therapieempfehlungen existieren dazu bisher nicht. Zudem kann die Einnahme von L-Thyroxin mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein. In der aktuellen Studie wurde die Hormongabe von den Patienten allerdings gut vertragen; zu schweren Nebenwirkungen kam es nicht.

Foto: © Zerbor - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schilddrüse
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schilddrüsen-Erkrankungen

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin