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Studien weisen Nutzen von Telemedizin nach

Experten betonen immer wieder die Bedeutung der Telemedizin für die Gesundheitsversorgung. Dennoch werden die Möglichkeiten bisher kaum ausgeschöpft. Dabei könnte Telemedizin täglich hunderten Herzpatienten einen Krankenhausaufenthalt ersparen.
Telemedizin sinnvoll

Vor allem für ländliche Regionen kann Telemedizin einen großen Nutzen haben

Unter Telemedizin versteht man die Übertragung medizinischer Bilder und Informationen über eine größere räumliche Distanz. Auf diese Weise können Ärzte und Patienten oder auch mehrere Ärzte untereinander kommunizieren und so die Diagnostik und Therapie der Patienten unterstützen. Vor allem in ländlichen Regionen, die häufig von medizinischer Unterversorgung bedroht sind, kann die Telemedizin nützlich sein. Doch obwohl es mittlerweile viele innovative Ansätze gibt, sind telemedizinische Lösungen bisher nur in wenigen Fällen zum Standard geworden beziehungsweise in den stationären oder ambulanten Regelbetrieb eingeführt worden. So sind es bis heute vor allem kleinteilige Organisationsstrukturen, die telemedizinische Lösungen anbieten.

Telemedizin kann bei Herzschwäche helfen

Experten fordern nun immer öfter, telemedizinische Lösungen verstärkt zu unterstützen. Besonders bei Herzpatienten haben sich die Anwendungen der Telemedizin als nützlich erwiesen. So sank bei der CHAMPION-Studie, bei der die Herzwerte der Teilnehmer täglich via Telekardiologie ermittelt wurden, so dass die Medikamentendosis angepasst werden konnte, die Anzahl der Krankenhauseinweisungen um ein Drittel. In der IN-TIME-Studie wiederum setzen Ärzte Telekardiologie ein, um Herzpatienten mit einem implantierten Defibrillator zu betreuen. Hier hatten die Teilnehmer ein deutlich geringeres Sterberisiko als Patienten, die keine Fernnachsorge erhielten.

Dass die Telemedizin immer wichtiger wird, betont auch die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM). Mittels Telekardiologie lasse sich der Krankheitsverlauf beobachten und bei auffälligen Werten frühzeitig eingreifen, erklärt Professor Friedrich Köhler, Leiter des Zentrums für kardiovaskuläre Telemedizin der Charité sowie stellvertretender Vorsitzender der Kommission "Telemedizin" der DGIM. Dafür bekommen die telemedizinisch mitbetreuten Patienten entweder Messgeräte nach Hause, oder die Daten von vorhandenen therapeutischen Implantaten, wie beispielsweise von implantierten Defibrillatoren, werden telemedizinisch für das Therapiemanagement ausgelesen.

 

Weniger Krankenhausaufenthalte durch Telemedizin

Neue Entwicklungen sind speziell für das telemedizinische Therapiemanagement entwickelte Diagnostikimplantate, die zum Beispiel in der Lungenstrombahn des Patienten den Druck in der Lungenarterie messen. Auf der Basis dieser Werte kann ein Kardiologe, falls nötig, die Medikamentendosis individuell anpassen, den Patienten zur Sprechstunde bitten oder eine sofortige Aufnahme ins Krankenhaus anordnen. „Dank dieses digitalen Frühwarnsystems können wir Herzpatienten rund um die Uhr betreuen und ersparen ihnen unnötige Arztbesuche oder gar Krankenhausaufenthalte“, so Köhler.

Foto: © verbaska - Fotolia.com

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Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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