. Brustkrebs

Studie zeigt Vorteile einer Teilbrustbestrahlung

Eine beschleunigte Teilbrustbestrahlung kann bei ausgewählten Brustkrebspatientinnen sinnvoll sein. Das zeigt eine im „Lancet“ veröffentlichte Studie.
Brustkrebs im Frühstadium: Beschleunigte Teilbrustbestrahlung ist eine neue Behandlungsalternative

Brustkrebs im Frühstadium: Beschleunigte Teilbrustbestrahlung ist eine neue Behandlungsalternative

Eine Bestrahlung bei Brustkrebs dauert in der Regel sechs bis sieben Wochen. Dass bei Frauen mit einem geringen Rückfallrisiko unter Umständen eine auf fünf Tage verkürzte Teilbrustbestrahlung gleich gute Ergebnisse bringt, zeigt nun eine im Fachmagazin „Lancet“ veröffentlichte Studie. An der Studie nahmen insgesamt 1.184 Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium aus 16 europäischen Zentren teil. Alle Frauen waren älter als 40 Jahre und bereits eine brusterhaltend operiert worden. Per Losverfahren wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe wurde konventionell bestrahlt, die zweite Gruppe erhielt eine beschleunigte, das heißt auf fünf Tage verkürzte Teilbrustbestrahlung. Ärzte nennen das Verfahren auch Multikatheter-Brachytherapie.

Teilbrustbestrahlung gleichauf mit konventioneller Bestrahlung

Die anschließende Auswertung zeigt: Fünf Jahre nach der Teilbrustbestrahlung lebten noch 97,3 Prozent der Patientinnen, 95 Prozent waren ohne Rückfall des Tumors. Nach der konventionellen Therapie betrug die Gesamtüberlebensrate 95,6 Prozent, 94,5 Prozent der Frauen waren ohne Tumorrückfall. Auch die Zahl der Rückfälle in der Brust war mit 1,4 Prozent nach der Teilbrustbestrahlung vergleichbar wie nach der Gesamtbrustbestrahlung mit 0,9 Prozent.

Studienleiter Professor Vratislav Strnad vom Universitätsklinikums Erlangen hält die geringen Unterschiede weder klinisch noch statistisch für signifikant. „Die Studie hat alle Bedenken widerlegt, die in den letzten Jahren gegen die beschleunigte Teilbrustbestrahlung erhoben wurden“, kommentiert der Strahlentherapeut die Ergebnisse der im Jahr 2004 gestarteten Studie.

 

Weniger Strahlendosis und Zeitaufwand

Die beschleunigte Teilbrustbestrahlung unterscheidet sich nicht nur durch eine geringere Dauer und Strahlendosis von einer konventionellen Strahlentherapie. Die Brust wird hierbei nämlich nicht von außen bestrahlt, sondern von innen. Dabei werden mehrere miniaturisierte Katheter im Brustgewebe platziert und mit einer Strahlenquelle beladen. So kann der Tumor gezielt von innen bestrahlt werden, was sehr viel schonender für umliegende Organe wie Herz und Lunge, aber auch die Haut ist.

Die Teilbrustbestrahlung sei allerdings nur für ältere Frauen mit einer Brustkrebserkrankung im Frühstadium geeignet, bemerkt Strahlenexperte Strnad. „Die Wirksamkeit der Teilbrustbestrahlung mittels Brachytherapie ist nachgewiesen und kann allen in Frage kommenden Patientinnen in der klinischen Routine angeboten werden“, so sein Fazit. Für ausgewählte Patientinnen gebe es nun eine neue Behandlungsoption.

Foto:© sakai2132000 - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Tumor , Brustkrebs , Strahlentherapie , Operation
 

Weitere Nachrichten zum Thema Brustkrebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Wer an einer Pollen- oder Kontaktallergie oder an Asthma leidet, sollte bei der Auswahl der Pflanzen im eigenen Garten aufpassen. Denn nicht alles, was schön oder trendig ist, ist auch gesund. Zehn Tipps für einen allergikerfreundlichen Garten.
Die Urlaubssaison steht bevor und viele Menschen wollen die Zeit am Strand verbringen. Um die Gefahr eines Sonnenbrandes zu verringern und auch um bereits vorgebräunt am Urlaubsort anzukommen, gehen einige Menschen vorher ins Solarium. Doch kann dadurch die Haut wirklich geschützt werden?
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.