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Studie prüft Früherkennung von Lungenkrebs bei Rauchern

Lungenkrebs wird in der Regel erst spät entdeckt, was sich negativ auf Lebenserwartung und Sterblichkeit auswirkt. In Bonn wird jetzt ein Früherkennungsprogramm für eine Hochrisiko-Gruppe angeboten: Raucher.
Studie prüft Früherkennung von Lungenkrebs bei Rauchern

Früherkennung per CT und MRT: Bonner Ärzte hoffen, Lungenkrebs rechtzeitig zu entdecken

Lunge werden meist erst spät entdeckt und sind in zwei Drittel der Fälle inoperabel. Während bei früh entdecktem Lungenkarzinom nach fünf Jahren noch rund 50 Prozent der Patienten leben, sinkt die Lebenserwartung bei fortgeschrittenen Tumoren deutlich. Trotz allem gibt es in Deutschland bislang kein Früherkennungsprogramm. Ob Raucher von einer Früherkennung profitieren, erproben jetzt Ärzte des Universitätsklinikums Bonn in einer Studie. Die Studie schließt zunächst 500 langjährige Raucher zwischen 50 und 70 Jahren ein. Bei dem Screening wird in einem Computertomografen (CT) mit niedrig dosierter Röntgenstrahlung die Lunge auf krankhafte Veränderungen hin untersucht. Zusätzlich sollen die Patienten eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Lunge bekommen.

Lungenkrebs-Screening umstritten

„Das Lungenkrebs-Screening wird derzeit in Europa noch kontrovers diskutiert“, sagt PD Dr. Daniel Thomas, Oberarzt an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn. „Denn dem Nutzen durch eine Früherkennung steht ein möglicher Schaden durch das Screening gegenüber.“ So gibt es zum Beispiel falsch-positive Befunde, die dann unnötige Kontrolluntersuchungen zur Folge haben und die Betroffenen beunruhigen können. Auch die Strahlenbelastung gilt es genau abzuwägen.

In der Studie gehen die Ärzte deshalb der Frage nach, ob ein  MRT als strahlenfreie Alternative sensitiv genug ist und gegebenenfalls die Niedrigdosis-CT ergänzen oder sogar ersetzen kann. „Jeder mit erhöhtem Lungenkrebs-Risiko muss für sich selbst Nutzen und Risiken einer Früherkennungsuntersuchung genau abwägen“, sagt Dr. Michael Meier-Schroers, Assistenzarzt an der Radiologischen Klinik des Universitätsklinikums Bonn. Neben Daniel Thomas ist er Ansprechpartner für Hochrisikopatienten, die an der Screening-Studie teilnehmen. Sie richtet sich an aktive oder ehemalige Raucher im Alter zwischen 50 und 70 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang 15 Zigaretten pro Tag oder mindestens 30 Jahre lang zehn Zigaretten pro Tag konsumiert haben.

US-Studie belegt Nutzen der Früherkennung bei Rauchern

In den USA zahlen die Krankenkassen bereits ein Screening auf Lungenkrebs für Menschen mit hohem Risiko. Die Studie „National Lung Screening Trial“ mit 53.000 Patienten hatte gezeigt, dass eine jährliche Niedrigdosis-CT die Sterblichkeit durch Lungenkrebs um 20 Prozent senken kann.

Foto: © Trish23 - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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