Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
27.07.2018

Studie mit Sildenafil nach dem Tod von 19 Babys gestoppt

Nach dem Tod von 19 Babys wurde eine Studie mit dem Viagra-Wirkstoff Sildenafil gestoppt: Mit dem Medikament waren Schwangere behandelt worden, deren Ungeborene an Wachstumsstörungen litten.
sildenafil, viagra, potenzmittel, erektile dysfunktion, durchblutungsfördernd

Der Viagra-Wirkstoff Sildenafil sollte bei Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes helfen

An der Amsterdamer Universitätsklinik wurden Versuche mit dem Viagra-Wirkstoff Sildenafil gestoppt: Mit dem als Potenzmittel bekannten Medikament  urden Schwangere behandelt, deren Ungeborene an schweren Wachstumsstörungen mit einer schlechten Prognose für das Kind litten.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass Sildenafil durch seine gefäßerweiternde Wirkung die Funktion der Plazenta verbessern kann. Dies kann das Wachstum des Kindes fördern. Bislang gibt es keine anderer Therapie für diese Störung. Die Forschung sollte nun die Wirkung und die Sicherheit der Substanz für diese Anwendung untersuchen.

Studie mit Sildenafil nach dem Tod von 19 Babys gestoppt

Die aktuelle Studie, die 2015 begann, umfasste bis zum Abbruch 183 Frauen, von denen etwas mehr als die Hälfte das Medikament eingenommen hatte. Neben der Amsterdamer Universitätsklinik waren sieben weitere akademische Zentren sowie drei drei Krankenhäuser in den Niederlanden beteiligt. Laut des 2017 veröffentlichten Studiendesigns erhielten die Teilnehmerinnen bis zur 32. Schwangerschaftswoche dreimal täglich Sildenafil  25 mg oder entsprechende Placebo-Tabletten.

In der Sildenafil-Gruppe befanden sich 93 werdende Mütter. 19 Kinder starben nach der Geburt. Nach dem Tod der Babys wurde die Studie gestoppt. Elf der 19 Säuglinge starben an einer Lungenerkrankung - eine Form von Bluthochdruck in der Lunge, der die Sauerstoff-Versorgung beeinträchtigt. 6 Babys entwickelten diese Lungenerkrankung, starben aber nicht.

 

Schädliche Wirkung war bislang nicht bekannt

In der Placebo-Gruppe, in der die Frauen ein unwirksames Präparat erhielten, befanden sich 90 Schwangere. Hier starben 9 Babys, keines durch eine Lungenerkrankung. 3 Babys entwickelten eine Lungenerkrankung, starben aber nicht daran. Das berichtet die Uniklinik in einer Pressemitteilung. Diese schädliche Wirkung des Medikamentes war bislang nicht bekannt, heißt es dort. Sie trat nach der Geburt auf. Bei den Müttern gab es keine Nebenwirkungen.

Alle Teilnehmerinnen wurden nun persönlich angesprochen. Sie wissen inzwischen, ob sie das Medikament oder das Placebo eingenommen haben. Die betroffenen Frauen werden von den an der Studie beteiligten Ärzten bestmöglich begleitet. Auch die zuständige Gesundheitsbehörde wurde informiert. Die Studie sollte ursprünglich bis 2020 andauern und insgesamt 354 Patientinnen umfassen. Auch in Neuseeland und Australien, Kanada, Irland und Großbritannien waren solche Untersuchungen geplant.

Foto: jofix.de/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schwangerschaft
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schwangerschaft

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Corona-Pandemie und Lockdowns haben bei der Generation unter 30 Spuren hinterlassen. Das zeigt eine Studie der Betriebskrankenkasse Pronova BKK. Junge Menschen, die mit Geschwistern im Elternhaus leben, sind häufiger depressiv und aggressiv. Für 72 Prozent ist das Handy in der Coronakrise zur Haupt-Freizeitbeschäftigung geworden.

Corona sorgt für ein Allzeittief bei Arbeitsunfällen. Am dramatischsten sind Unfälle in der Schule zurückgegangen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen haben jetzt eine Bilanz für das Pandemiejahr 2020 vorgelegt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin